Erwin Schellhase ist seit fast 50 Jahren Fußball-Schiedsrichter

Erwin Schellhase aus Heyerode war aktiver Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Vorsitzender und auch im Fußballkreis  gilt der 68-Jährige als wichtiger Mitarbeiter.

Koryphäe steht für jemanden, der auf einem bestimmten Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Und diese Fähigkeiten müssen Erwin Schellhase aus Heyerode bescheinigt werden.

„Ich bin mit der Gründung der SG Pfaffenbachtal in den Verein eingetreten. 1970 war ich 19 und habe quasi aus dem Stand mit dem Fußball und als Schiri begonnen, die Schuhe aber schon nach der fünften Saison wieder ausgezogen, um mich voll und ganz dem Schiedsrichterwesen zu widmen“, erzählt Erwin Schellhase.

Insgesamt sind mittlerweile 49 Jahre daraus geworden, gepfiffen hat er bis zur Bezirksliga – das entspricht der heutigen Gruppenliga. Eine Achillessehnen-Operation hat seinen weiteren Weg nach oben gestoppt. „Wenn ich allerdings in höheren Ligen gepfiffen hätte, wäre mein Engagement als Jugendtrainer sicherlich bescheidener ausgefallen.“ Zwölf Jahre war er Jugendtrainer, davon sechs allein in der JSG Sontratal, wo er Spieler wie Maikel Buchenau coachte. Hinzu kommen noch vier Jahre in der C- und B-Jugend-Kreisauswahl mit Fahrten zu Turnieren in Deutschland, aber auch das europäische Ausland wie Tschechien, Spanien und Frankreich.

1974 hat Erwin Schellhase eine intensive Trainerschule absolviert, dabei erfüllte er die Kriterien für die B-Lizenz. „Das war für meine Arbeit mit den Jugendlichen natürlich wertvoll. Mittlerweile habe ich das Papier aber zurückgegeben, weil die Anforderungen der Auffrischung in meinem Alter doch sehr groß und kostspielig sind.“

Die SG Pfaffenbachtal führte er von 1980 bis 1996 stolze 16 Jahre als Vorsitzender. Und mit der Gründung der SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund 1993 übernahm Erwin Schellhase für sechs Jahre den Vorsitz. „Insgesamt schaue ich auf 24 Jahre Vorstandsarbeit, war bei der SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund nach dem Vorsitz auch noch als Sport- bzw. Jugendwart tätig.“ In seine Zeit als Vorsitzender fallen der Bau des Vereinsheimes und die Renovierung des Sportplatzgeländes in Diemerode. Gerne blickt er auf die jährliche Kirmes zurück, die sie seitens der SGP über viele Jahre ausgerichtet haben. „Das war Gemeinschaft pur in Heyerode.“ Mit bis zu 120 freiwilligen Helfern waren sie aktiv vom Zeltaufbau über die Bewirtung bis hin zum Zeltabbau. „Und wehe, du hast vergessen, die Leute um Hilfe zu bitten, dann waren die stinksauer, die wollten einfach alle unterstützend mitwirken.“

Zwölf Jahre von 2000 bis 2012 führte er als Kreisfußball-Jugendwart den Nachwuchs. Als Ralf Dippel ihn 2012 ablöste, blieb er sein Stellvertreter. „Da aber Ralf Dippel vor einem halben Jahr zurückgetreten ist, stehe ich quasi als kommissarischer Jugendwart wieder an der Spitze“, geht der 68-Jährige auf seine Personalunion ein. Denn nach dem Rücktritt von Erwin Wolf war Erwin Schellhase von 2014 bis 2016 zusätzlich stellvertretender Kreisfußballwart. Doch dem noch nicht genug: Seit 2016 ist er der Ehrenamtsbeauftragte des Fußballkreises und über sechs Jahre hinweg fungierte er als Klassenleiter im Seniorenbereich.

So ganz ist die Kommunalpolitik auch an Erwin Schellhase nicht vorbeigezogen: Über zwei Perioden gehörte er dem Ortsbeirat an. „Das war aber eigentlich nicht mein Ding.“ Der Grund: „Ich habe immer den ehrlichen Umgang mit den Menschen gepflegt, sage immer meine Meinung, aber Entscheidungen mit Fraktionszwang durchzuboxen haben bei mir abstoßende Wirkung erzielt.“

Eine wichtige Rolle im Leben von Erwin Schellhase, der jeweils Ehrenmitglied bei der SG Pfaffenbachtal und der Heyeröder Feuerwehr ist, spielt seine Familie: „Meine Ehefrau Ruth hat immer hilfreich an meiner Seite gestanden und mich in jeder Beziehung unterstützt. Und wenn ich heute meine Ehrenämter etwas ruhiger angehe, verbringe ich die Zeit mit meinen beiden Enkeln.“

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