„Sie rennen rein, wenn andere heraussprinten“

Feuerwehr-Gottesdienst in Sontra zeigt Verbundenheit zwischen Brandschützern und Kirche

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Gesegnet: Die 16-jährige Lucia Engel erhielt von Axel Aschenbrenner den Segen für ihren Dienst.

Sontra – Pfarrer Axel Aschenbrenner hielt in Sontra einen Gottesdienst im Zeichen der Feuerwehr. „Es ist schon zu einer kleineren Tradition geworden“, freute sich Aschenbrenner.

Er hatte sich Gedanken gemacht. Lieder wie „Lobe den Herrn“ und „Laudato si“ fanden in einer modifizierten Feuerwehrversion den Weg ins Gesangbuch.

Bürgermeister Thomas Eckhardt, Tobias Blind (Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr) und Kinderfeuerwehrwart Johannes Bachmann wurden in ein Fürbittengebet integriert. „Die Verbundenheit zwischen Kirche und Feuerwehr wird gelebt“, sagte Kirchenvorstand Daniel Kohl. Sogar die Fahne der Wehr zierte die Stadtkirche.

Und über ihnen thronte ein römischer Offizier mit Helm, Fahnen und einem Wassergefäß, womit er das Feuer eines brennenden Haus löscht. Es handelt sich dabei um Sankt Florian, den Schutzpatron der Feuerwehr. Auf den im dritten Jahrhundert geborenen Offizier einer römischen Armee ging Aschenbrenner in seiner Predigt ein. „Eigentlich war er kein waschechter Feuerwehrmann, sondern vielmehr ein Notfallseelsorger. Er faltete die Hände und betete für Insassen bei schweren Bränden, als nichts mehr zu helfen schien.“ Es half. Das Haus wurde auf wundersame Art und Weise verschont.

Aschenbrenner beschrieb den heiligen Märtyrer als eine Person, „dem das Leiden anderer Menschen „nicht egal ist“. Er setzte sich für eingekerkerte Soldaten ein und bezahlte am Ende mit seinem Leben. Gleichgültig war für ihn ein Fremdwort. In diesem Zuge stellte Aschenbrenner bewusst die Frage in den Raum: „Warum fragen so viele Menschen in der heutigen Zeit immer nach dem Nutzen?“ Während Ehrenamtliche davonlaufen und Vereine sterben, tut dies die Feuerwehr gerade nicht. „Sie rennen rein, wenn alle anderen heraus sprinten.“  

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