Keine Priorität für Sontra – Leiterin tritt von Aufgabe zurück

Flüchtlinge: Feriendorf immer noch nicht belegt

Sontra. Vier Wochen nach der Bürgerinformationsveranstaltung im Sontraer Bürgerhaus sind noch immer keine Flüchtlinge in der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung im Feriendorf untergekommen. Zum zweiten Mal ist damit eine vom Regierungspräsidium Kassel angekündigte Frist ergebnis- und kommentarlos verstrichen.

Auf Anfrage begründet Sprecher Michael Conrad die Verzögerung mit baulichen Veränderungen, die zunächst nicht absehbar gewesen seien. Problematisch sei unter anderem eine Datenleitung, laut Conrad unverzichtbar für die örtliche Verwaltung. Zwar gebe es ein Glasfaserkabel, das sei aber zu winzig. Zwischen den zwei Lösungsmöglichkeiten stärkeres Kabel („dauert etliche Wochen“) und Satellitenübertragung („kostet ein Schweinegeld“) ist noch nicht entschieden. Möglicherweise wird zudem die Zahl der Flüchtlinge pro Bungalow leicht aufgestockt. Dann müssten noch weitere Trennwände eingezogen werden. „Das Baumanagement setzt Prioritäten und arbeitet zunächst da, wo eine Einrichtung am schnellsten fertiggestellt werden kann“, sagt Conrad, „und das ist momentan nicht Sontra.“

In der ersten Ankündigung von Ende September war noch der 8. Oktober als Frist gesetzt worden, zu der das Feriendorf für einen Einzug von Flüchtlingen bereitgehalten werden sollte. Dieses Datum konnte wegen ungeklärter Mietvertragsfragen zwischen dem Land und den Besitzern des Feriendorfes nicht gehalten werden.

„Ich bin schon sehr verwundert“, sagt Bürgermeister Thomas Eckhardt. Er hofft auf eine Belegung bis Ende Dezember, um die Finanzzuweisung von 350 Euro pro Flüchtling im Haushalt für 2016 einplanen zu können. Derweil hat Claudia Weide, designierte Einrichtungsleiterin, ihre Aufgabe niedergelegt. Die Gründe sind nicht bekannt, einen Nachfolger gibt es noch nicht.

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