Treffen der Waldbesitzer

Forstwirtschaft in der Krise: Nordhessen von Dürre besonders betroffen

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Waldbesitzer haben Sorge vor Waldschäden wie hier in der Gemarkung Meinhard oberhalb von Grebendorf durch den Borkenkäfer und Trockenheit.

Viele Waldbesitzer, Mitarbeiter von Hessenforst und Politiker trafen sich am Donnerstagvormittag im Gasthaus Gonnermann in Berneburg zur Winterversammlung des hessischen Waldbesitzerverbands der Kreisgruppen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg.

„Unsere Themen sind so brennend, deshalb ist uns sehr wichtig, dass auch viele Vertreter der Politik heute zu Gast sind“, begrüßte Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg, erster Vorsitzender der Kreisgruppe Werra-Meißner, die Gäste. Die Forstwirtschaft befände sich in der Krise, die Fichten, aber auch andere Bestände seien von Dürre und dem Borkenkäfer betroffen.

25.000 Hektar Wald sind in Hessen abgängig

„Rund 25.000 Hektar Wald sind in Hessen abgängig, eine enorme Fläche“, so Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg, „Wir wissen nicht, wo es mit den klimatischen Veränderungen noch hingehen wird, wir dürfen aber den Kopf nicht in den Sand stecken“. „Die Waldbesitzer stellen für die Gesellschaft Raum zur Erholung, die Gesellschaft muss im Gegenzug auch für den Wald eintreten“, erklärte Dr. Rainer Wallmann, der in Vertretung für Landrat Stefan Reuß zur Versammlung kam.

Auch die Buche ist stark betroffen

„Nord- und Mittelhessen sind sehr von der Dürre und dem Borkenkäfer betroffen, manch Waldbesitzer hat bis zu einem Viertel seines Waldbestands verloren, nicht nur die Fichte, sondern auch die Buche ist stark betroffen“, erklärte Michael Freiherr von der Tann, Präsident des hessischen Waldbesitzerverbands;„Nach diesem warmen Winter wird der Borkenkäfer auch im Frühjahr wieder zuschlagen, wir müssen aktiven Waldbau betreiben und neue Bäume pflanzen, damit auch nachfolgende Generationen noch einen schönen Wald haben, hier brauchen wir viel Hilfe aus der Politik und von der Gesellschaft“.

„Der Wildbestand muss reguliert werden"

Die Abschusspläne aufheben wäre eine große Hilfe für den Wald: „Der Wildbestand muss reguliert werden, das Wild frisst gerne neue Triebe und kleine Bäume“, so Freiherr von der Tann weiter. Weiter referierte Ministerialrat Martin Küthe vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die forstliche Förderung in Hessen. Christoph Paul von der Firma Egger hielt einen Gastvortrag über den Umbruch im Forst und zukünftige Strategien für die Forst- und Holzwirtschaft. 

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