Fünftklässler verhindern Großbrand

Junge Helfer Max Kirchner und Leo Philipp greifen in Ulfen beherzt ein

Verhinderten, dass ein Feuer weiter übergreifen konnte: Max Kirchner (links) und Leo Philipp.
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Verhinderten, dass ein Feuer weiter übergreifen konnte: Max Kirchner (links) und Leo Philipp.

Max Kirchner und Leo Philipp hatten ihren Nachmittag eigentlich schon fest geplant: Mittagessen, Hausaufgaben und Freunde treffen sollten auf dem Programm stehen. Es sollte anders kommen.

Ulfen – Noch bevor der zehnjährige Max an der Hauptstraße in Ulfen herausgelassen wurde, schaute Max ungläubig aus dem Autofenster. Die Mutter seines Freundes Leo, Nicole Philipp, hielt den Wagen an und Leo sagte leise aber bestimmt: „Da hinter, da qualmt doch etwas.“ Leo wollte es noch besser wissen, stieg aus dem Auto aus und präzisierte seine Aussage: „Da brennt es.“

Blitzschnell stellte seine Mutter Nicole das Auto ab und verortete mit Max und Sohnemann Leo das Feuer. Ein Kunststoffzaun war in Brand geraten. „Wir brauchen Wasser, viel Wasser“, war die erste Aussage von Nicole Philipp, die in Ulfen stellvertretende Leiterin der Kinderfeuerwehr ist.

Max und Leo sprangen auf das Nachbargrundstück und nahmen geistesgegenwärtig zwei Gießkannen in die Hand. Im Laufschritt manövrierten die beiden Fünftklässler der Adam-von-Trott- Schule Wasser aus einer Regentonne zur Brandstelle, wo Nicole Philipp alle Hände damit zu tun hatte, das Feuer zu löschen.

„Beide sind gefühlte 100-mal gelaufen“, berichtete sie, die nach einer Weile das Feuer löschen konnte. Anschließend wurde der angrenzende Zaun vorsorglich aus der Verankerung gehoben. „Nach einem Feuer besteht die Gefahr, dass sich Glutnester noch mal entzünden“, erklärt Max, der mit Leo seit seinem siebten Lebensjahr die Kinderfeuerwehr besucht hat und die Grundsätze der Brandbekämpfung verinnerlicht hat.

Viel Lob erhielten die beiden Mitglieder der Jugendfeuerwehr für ihren Einsatz von Andreas Siebert, der heilfroh ist, dass jemand das Feuer frühzeitig bemerkt hat. Laut dem Wehrführer von Ulfen hätte eine halbe Stunde später das Feuer wegen der anhaltenden Trockenperiode auf die angrenzenden trockenen Sträucher und das herumliegende Herbstlaub übergegriffen. „Und dann hätte es nicht lange gedauert, bis das Feuer auf die beiden Fachwerkhäuser übergegriffen hätte. Ein Großbrand wäre unausweichlich gewesen“, skizzierte Siebert das möglich Schreckensszenario.

„Toll, dass die Jungs im ersten Moment so gehandelt haben und im Ernstfall mitangepackt haben. Darauf können wir stolz sein. Hier zahlt sich die gute Jugendarbeit im Stadtteil Ulfen aus. Die Verantwortlichen sind seit Jahren auf dem richtigen Weg“, sagte Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt, der sich mit einem Gutschein bedankte, der den beiden Helden die Möglichkeit gibt, mit der Drehleiter Ulfen aus der Vogelperspektive genauer unter Lupe zu nehmen. (Von Marvin Heinz)

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