Paradies gesucht 

Im Weihnachtsbaumrausch

Werner Bornscheuer sitzt mit seinem Strohhut vor seiner Gartenhütte
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Werner Bornscheuer sitzt mit Sonnen- und Strohhut vor seiner Hütte. In den Beeten seines Gartens züchtet er Blumen, Bohnen und Tomaten. Auf der Wiese und im Obstgarten wachsen Birnen, Äpfel und Fichten. 

Seerosen, Nadelbäume, Stockrosen und Bohnen züchtet Werner Bornscheuer in seinem Garten. Von seinem Balkon  aus hat er einen guten Überblick, auf die Beete und den Obstbaumgarten.

Zeigt her Eure Gärten! Wenn Ferien im eigenen Garten, gerade in der Corona-Zeit, zum Urlaubsersatz werden, ist die WR dabei und wirft in dieser Serie einen Blick in die heimischen Paradiese.

Breitau. Seerosen, Nadelbäume, Stockrosen und Bohnen züchtet Werner Bornscheuer in seinem Garten. Von ihrem Balkon auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus haben er und Sohn Rainer Bornscheuer einen guten Überblick, auf die Beete und den Obstbaumgarten. „Mein Garten ist mein Ein und Alles“, sagt Werner Bornscheuer als er das kleine Tor öffnet und zwischen seinen Beeten entlangschlendert.

Alte Hemden gegen Vögel

Auf dem Grabgarten des Rentners wachsen Blumen und Gemüse nebeneinander. „Dort hinten wachsen Stangenbohnen, die pflanze ich, dann muss ich mich beim Pflücken nicht so bücken“, scherzt der 79-Jährige. Als Bornscheuer an einer Reihe Kletterpflanzen vorbeikommt, die sich um den Zaun zum Obstgarten winden, zupft der Hobbygärtner die trockenen Blüten ab. Über den lila und weißen Edel-Wicken, die Bornscheuer als grüne Abgrenzungen pflanzt, wachsen Brombeerbüsche in Richtung Himmel. „Hier hänge ich alte Hemden hinein, das hält die Vögel fern“, erklärt der 79-Jährige. Und noch einen Gartentipp hat der Vorsitzende des Männergesangvereins parat: in den Bäumen hängen braune Bierflaschen. „Das Zuckerwasser in den Flaschen hält die Wespen davon ab, meine Birnen zu fressen“, versichert Bornscheuer.

Weihnachtsbäume sind sein Steckenpferd 

Dann steuert der Rentner auf eine Reihe ganz anderer Bäume, die am Rand seines Gartens wachsen, zu. Fichten in unterschiedlichen Höhen wachsen versteckt in einer Ecke in Richtung Hauptstraße. „Ich habe einen Fimmel mit den Fichten“, sagt Werner Bornscheuer und freut sich. Sein Steckenpferd, das Heranziehen von Weihnachtsbäumen die jedes Jahr auch im eigenen Wohnzimmer landen, ist ein Hobby des 79-Jährigen. Besonders gut gefallen ihm dabei auch die hellen Blüten der Bäume. „Ich bin ein Blumenmensch“, beteuert Bornscheuer und pflückt einen gelben Sonnenhut.

In der Mittagshitze ist es im Garten des Breitauers warm geworden und so zieht Bornscheuer auch gleich noch einen Strohhut gegen die Sonnenstrahlen auf. Er deutet auf den kleinen blauen Tisch, der vor seiner Gartenhütte steht: „Den Blumenstrauß habe ich auch gepflückt“, erklärt der Hobbygärtner und nickt in Richtung einer gefüllten Vase. Doch nicht nur am Strauch, auch im Wasser züchtet Werner Bornscheuer Blumen. Eine Seerose, die wochenlang nicht blühen wollte und jetzt in Rosa und Weiß schimmert, freut den Kirchenältesten besonders.

Ab morgens halb sieben im Garten 

Für die Pflege seines Gartens opfert Werner Bornscheuer viel Zeit. „Er geht schon morgens um halb sieben in den Garten und vergisst auch mal das Mittagessen, wenn man ihn nicht ruft“, weiß Rainer Bornscheuer. Steht allerdings viel oder schwere Arbeit in dem über 500 Quadratmeter großen Garten an, ist Sohn Rainer auch mit dabei. „Meine Söhne helfen mir sehr viel“, lobt der Senior stolz. Sein Wissen über Blume und Blumenkohl gibt Werner Bornscheuer gern an seine Kinder weiter. „Bei meinem Vater wächst aber immer alles irgendwie besser, er hat einen grünen Daumen“, gesteht Sohn Rainer.

Doch ganz egal, wer welche Pflanze setzt oder pflegt, Familie Bornscheuer genießt ihr grünes Grundstück gemeinsam und feiert Geburtstage am liebsten im eigenen Garten. „Zu meinem 80. Geburtstag Ende August kommen auch ein paar Gäste“, erzählt der Rentner. In der Corona-Zeit ist der Garten nicht nur ein Platz zum Entspannen und Arbeiten, auch die Abstandsbeschränkungen können dort eingehalten werden. „Vielleicht blüht ja der Jasmin wieder, wie bei meinem letzten Geburtstag“, wünscht sich Bornscheuer. Von Kim Hornickel

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