Eine Reise ins Dorfleben um 1900

Früheres Gehöft in Ulfen wird zu Heimathof mit historischen Exponaten

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Historische Exponate: In der Schusterwerkstatt stehen noch mehr als 100 Jahre alte Geräte, die Ortsvorsteher Michael Stein irgendwann für die Öffentlichkeit ausstellen möchte.

Eine Reise ins Dorfleben um 1900: Ein früheres Gehöft in Ulfen wird nach und nach zu einem Heimathof mit historischen Exponaten. 

Als Ortsvorsteher Michael Stein das Gehöft des 2009 verstorbenen Karl Göbels am Johannesberg in Ulfen geschenkt übernommen hat, haben ihn die Leute für verrückt erklärt. Sein Plan ist die Errichtung eines „Heimathofes“, der einem Museum ähneln soll. Das Bauernhaus, die Scheune und die dazugehörige Schusterwerkstatt werden wieder hergerichtet und für Besucher begehbar gemacht. Seit einem halben Jahr arbeitet Stein mit vielen Helfern intensiv daran.

Arbeitsgruppe gebildet

„Aus dem Heimat- und Förderverein heraus hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet. Dienstagabends und den ganzen Samstag treffen wir uns und bauen um. Am Wochenende sind wir manchmal bis zu 15 Mann. Es hat sich eine tolle Gemeinschaft aus diesem Projekt herausgebildet“, berichtet Stein.

Bau-Fachmann: Manfred Schäfer kommt vom Fach und bringt sich ein, wo er kann.

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Co. im Wohnhaus aus dem Baujahr 1800 fanden der Ortsvorsteher und seine Mitstreiter noch so vor, wie sie vor zehn Jahren verlassen wurden. Das ist dahingehend sogar praktisch, weil das Wohnhaus mit den ohnehin vorhandenen Möbeln nur restauriert beziehungsweise aufgehübscht werden muss. „Hier soll der Besucher dann sehen, wie um die Jahrhundertwende (18./19.) gelebt wurde.“

Gleiches gilt für die gegenüberliegende kleine Schusterwerkstatt, in der auch noch Geräte aus dieser Zeit aufzufinden waren. „Das ist für uns natürlich ein Kulturschatz. Mir ist es wichtig, dass das nicht verloren geht, sondern für nachfolgende Generationen erhalten bleibt und in unserem Fall sogar erlebbar gemacht wird“, erzählt Michael Stein weiter.

Jede Menge Arbeit 

Vieles hat sich schon bewegt im vergangenen halben Jahr, doch es liegt noch eine Menge Arbeit vor den Ehrenamtlichen. „Wir sind dankbar für jeden Helfer – oder auch Spender alter Gegenstände, die wir dann später mal hier ausstellen können“, appelliert der Ortsvorsteher.

Für das ganze Areal hat Stein große Pläne: Im Außenbereich soll im Sommer Bestuhlung und Bewirtung für Wanderer vom Premiumwanderweg 20 vorgehalten werden, der direkt am Grundstück vorbeiführt. Auch in der Scheune und dem historischen Gewölbekeller kann sich Stein vorstellen, Gesellschaftsräume einzurichten. „Generell passt es, dass der P 20 hier vorbei verläuft. Denkbar wäre, Führungen für Wanderer anzubieten“, so Stein.

Wichtel im Keller

Eine Anekdote für spätere Besucher: Im Keller gibt es zwei Löcher, über die einer Sage nach früher Wichtel eingedrungen sind und Vorräte gestohlen haben.

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