Gesangverein Wichmannshausen: Ein Chor verstummt

Gesangverein Wichmannshausen 
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Schieferuhr als Erinnerung an die schöne Vereinszeit: (von links) Britta Sennhenn, Heinz Reimuth, Dieter Schellhase und Karl Pfetzing. Foto: Gesangverein Wichmannshausen/nh

Nach 300 eingeübten Liedern und 49 Jahren löst sich der Gesangverein Wichmannshausen auf. 

Wichmannshausen – Heinz Reimuth, Vorsitzender des Gesangvereins Wichmannshausen, war sehr gerührt, als er die Mitglieder zur letzten Jahreshauptversammlung des Vereins begrüßte. Er bedankte sich bei den Sängern, die bis zum letzten Auftritt, dem Adventskonzert in der Kirche von Wichmannshausen, die Treue zum Verein hielten.

2019 noch sechs öffentliche Auftritte

Der Verein hatte im Jahr 2019 noch 22 Übungsabende und nur noch sechs öffentliche Auftritte. Weitere Auftritte konnte man mangels Sängern nicht leisten. Reimuth bedankte sich vor allem bei den Vorstandsmitgliedern und besonders bei Britta Sennhenn und Dieter Schellhase für die außerordentliche Arbeit im Vorstandskreis und die Moderation beim letzten Adventskonzert. Ein wirklich tolles Team, auf das man sich immer gut verlassen konnte.

Karl Pfetzing war 49 Jahre Chorleiter

Ein herzliches Dankeschön wurde auch Chorleiter Karl Pfetzing zuteil, welcher an einem Frühlingstag in 1971 während eines Besuchs als Chorleiter gewonnen werden konnte. Ein Glücksgriff, betonte Heinz Reimuth, denn Karl Pfetzing und seine Frau Brigitte haben dann 49 Jahre lang den Weg von Heyerode nach Wichmannshausen auf sich genommen, um den Chor gesanglich zu unterstützen und zu leiten.

In dieser Zeit wurden mehr als 300 Chorlieder mit den Sängern eingeübt, und bei mehr als 1000 öffentlichen Auftritten hat er in seiner unnachahmlichen Weise immer einen guten Eindruck hinterlassen. „Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass der Chor nicht mehr singt“, lauteten Reimuths Schlussworte. Der letzte Kassenbericht, vorgetragen von Brigitte Brill, ergab keine Beanstandungen, und die Kassenprüfer unter Leitung von Lottchen Deist bescheinigten dies und stellten den Antrag zur endgültigen Entlastung des Vorstandes, dem einstimmig entsprochen wurde.

Geselligkeit ist nie zu kurz gekommen 

Chorleiter Karl Pfetzing stellte fest, dass seine Befürchtungen eingetreten sind. Es bleiben die Erinnerungen an sehr schöne Stunden in seiner langen Tätigkeit in Wichmannshausen. Die Geselligkeit ist nie zu kurz gekommen: Wanderungen, Vereinsfahrten, Sängerfreundschaften mit anderen Chören und Schlachteessen werden in guter Erinnerung bleiben. „Wie der Titel des Liedes „Keine Zeit, keine Zeit“, welches wir vor einigen Jahren eingeübt haben, ist es wirklich in vielen Vereinen, die zum Untergang bestimmt sind.“ Um aber den Gesang und die Geselligkeit nicht ganz zu verlieren, beschlossen die Mitglieder, sich noch einmal pro Monat im Vereinsraum zu treffen.

Adventskonzert war würdevoller Abschluss

In der letzten Gesangstunde im Januar hat sich Dieter Schellhase, zweiter Vorsitzender, bei Heinz Reimuth bedankt. Mit dem Adventskonzert habe der Verein einen würdevollen Abschluss gehabt. Ebenfalls hat Dieter Schellhase im Januar dem Vorsitzenden Heinz Reimuth mit Britta Sennhenn im Namen des Vereins eine Schieferuhr als Erinnerung an die schöne Vereinszeit überreicht. Mit dem Text des Liedes: „Schenk der Seele einen Sonntag, lass den Alltag Alltag sein“ sangen die Sänger ihr letztes Ständchen. 

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