Hängt ein Fahrrad an der Angel

Sportfischer räumen die Sontraer Gewässer mit einem Supermagneten auf

Sie befreien die Gewässer in Sontra von Unrat: Jeremy Volkenant (links) und Paul Reimold hatten beim Magnetfischen erst kürzlich ein Rad an der Angel.
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Sie befreien die Gewässer in Sontra von Unrat: Jeremy Volkenant (links) und Paul Reimold hatten beim Magnetfischen erst kürzlich ein Rad an der Angel.

Hängt ein Fahrrad an der Angel: Die Sportfischer in Sontra fischen mit ihrem Supermagneten aus den Gewässern auch schon mal Fahrräder und Einkaufswagen.

Sontra – Der 41-jährige Alexander Volkenant aus Sontra verfolgt mit Argusaugen, wie sein Sohn Jeremy (10) mit seinen Freunden Paul Reimold (9) und Justin Erdner (8) einen äußerst starken Magneten an einer Angel befestigten, um diesen durch den Schwanenteich in Sontra zu ziehen. Alle Stoffe, die auf ihn reagieren, bleiben an dem Neodym-Magnet, der auch als Supermagnet bezeichnet wird, haften und können so aus dem Gewässer geborgen werden.

„Die Kinder haben einen Riesenspaß, weil sie relativ schnell ein Erfolgserlebnis haben. Es ist ein guter Einstieg in den Angelsport, während beim Sportfischen von Beginn an viel Geduld und Ausdauer eher abschreckend auf den Nachwuchs wirkt“, sagt Sportfischer Volkenant, der von einer passablen Ausbeute beim Magnetangeln spricht. „Mal fangen wir viel und manchmal überhaupt nichts. Kronkorken, Nägel und Eisenteile jeglicher Art sind im Schwanenteich die Klassiker.“

Und dann gibt es die Tage, an denen der mit einer Traglast von 80 Kilogramm ausgestattet Magnet mächtig arbeiten muss und die Ausbeute erschreckend ist.

Erst kürzlich konnten zwei Fahrräder, ein Mülleimer und eine Reuse, ein Fangnetz für etwa Vögel und Fische, aus dem Teich an der Breitwiese gefischt werden. Umgehend wurde die Polizei benachrichtigt, weil die Räder noch ein Schloss hatten. „Die Fahrräder könnten geklaut worden sein“, vermutet Volkenant. Er hofft, dass durch den Abgleich der Fahrgestellnummer das als gestohlenen gemeldete Rad zu seinem Eigentümer zurückkehrt.

Ist das Magnetangeln nicht verboten? Magnetangeln ist nicht grundsätzlich verboten, aber es muss eine Genehmigung der Gewässerverantwortlichen vorliegen, erklärt Volkenant. Vom örtlichen Anglerverein hat er das „Okay“ für einen Teilabschnitt der Sontra sowie den Schwanenteich bekommen. Je nach Bundesland gelten andere Regelungen.

Denkmalschutzgründe und die Wahrscheinlichkeit, im Erdreich auf Munition aus den Weltkriegen zu stoßen, verbieten in Niedersachsen das Magnetangeln. „Die Angelfreunde und Vereine freuen sich, dass wir den Magnetmüll beseitigen. Aber es liegt noch mehr Müll in den Gewässern“, sagt der 41-jährige Angler. „Im Mühlbach kam uns ein Dreirad entgegen, während ein Einkaufswagen in der Sontra lag. Zu meist sind Plastik, leere Flaschen und Dosen gang und gäbe.“ Alexander Volkenant hofft, dass seine Mitmenschen im Bereich der Breitwiese die Müllbehälter nutzen und Unrat beseitigen: „Die Kinder freuen sich auch, wenn nicht so viel an den Seilen hängt.“ (Marvin Heinz)

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