Den Moment dank App miterlebt

Jawort mit Hindernissen: Julia Hollstein und Philipp Rölling haben mitten in der Corona-Krise geheiratet

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Haben sich getraut – trotz der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie: Julia Hollstein und Philipp Rölling aus dem Sontraer Stadtteil Hornel.

Mitten in der Corona-Krise haben sich Julia Hollstein und Philipp Rölling aus Sontra-Hornel das Jawort gegeben. Ihre Erfahrungen schildern sie hier. 

Anzug und Kleid waren in Auftrag gegeben, die Einladungen schon verschickt. Der Polterabend sollte an der Grillhütte in Hornel stattfinden, ein großes Zelt war reserviert, der DJ hatte zugesagt und die Gästeliste war prall gefüllt. Und auch sonst war schon alles geplant und gebucht. Nichts wollten Julia Hollstein und Philipp Rölling dem Zufall überlassen, um sich in einem unvergesslichen Rahmen am 17. April 2020 das Jawort zu gegeben. Aber es kam anders, denn die Corona-Pandemie schränkte den Rahmen ihrer Trauung stark ein. An eine Feier wäre gar nicht zu denken gewesen.

Trauung verschoben 

„Im Standesamt hätten nur unsere Trauzeugen mit Schwester Nadine Gleitschuh und Sebastian Schmauch dabei sein dürfen“, berichtet Julia Hollstein, die ihre Trauung um einen Monat verschieben konnte. 29 Tage später schritten Hollstein und Rölling, die in Hornel gemeinsam in einem Eigenheim leben, am Samstag um 12 Uhr ins Standesamt des Sontraer Rathauses: „Diesen Schritt wollten wir unbedingt in diesem Jahr gehen. Im nächsten Jahr sind ein großer Polterabend und eine kirchliche Trauung geplant.“

Auswahl treffen 

Aber erst mal durften lediglich elf Personen, inklusive Brautpaar und Standesbeamtin, dabei sein, da die Größe des Saals keine größere Personenzahl zulässt. Nur Personen aus dem gleichen Hausstand durften unmittelbar nebeneinandersitzen. „Es war gemein, eine Auswahl treffen zu müssen“, sagt Julia Hollstein. „Dass meine beiden Omas Anni und Ernestine lieber draußen bleiben, war irgendwie dann doch logisch, weil beide zur Risikogruppe zählen und auch selten das eigene Haus verlassen.“ Trotzdem hatte das Brautpaar eine Alternative, um allen Angehörigen eine Teilnahme an der standesamtlichen Hochzeit zu ermöglichen. „Ich will unbedingt mit meinen Großeltern heiraten, sie sollen diesen Moment miterleben“, schwor sich Julia Hollstein und baute ihr Handy im Standesamt auf, um die Hochzeit über eine App live zu streamen.

Vorkehrungen getroffen 

Auch bei den Feierlichkeiten betraten die Frischvermählten Neuland und trafen wichtige Vorkehrungen, sodass 19 Gästen ein sicherer Rahmen geboten werden konnte. So gab es rund 70 Sitzmöglichkeiten im heimischen Garten, 50 Mal lag Mundschutz parat und mit einem Aushang, der die sechs grundlegendsten Hygieneregeln beinhaltete, wies das Brautpaar darauf hin, Vorsicht walten zu lassen. Der Leitsatz „Auch wenn es heute schwerfällt, verzichtet auf Umarmungen und Hände schütteln“ wurde von allen Gästen beherzigt und verinnerlicht. Wenn jemand doch zum Gratulieren kam, muss er sich in eine Besucherliste mit Namen und Adresse eintragen.

Im Sontraer Standesamt sagten viele Brautpaare ihre Hochzeit im Zuge der Corona-Pandemie ab, allerdings sei die Zahl der Anmeldungen nun wieder steigend. Standesbeamtin Pfaff-Siebert, die pro Jahr von 40 Trauungen in Sontra spricht: „In den Monaten Mai und Juni sind wir nahezu ausgebucht.“

Das Brautpaar

Philipp Rölling (31) aus Sontra und Julia Hollstein (32) aus Hornel kennen sich aus Jugendraum-Zeiten und über die Elternhäuser schon viel länger. Vater Reinhard Rölling hat schon beim Hausbau der Hollsteins fleißig mitangepackt. Beide haben denselben Freundeskreis und konnten schon in Eschweges Diskotheken am besten miteinander tanzen. Seit dem 21. April 2018 ist der Meister im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk mit der Versicherungskauffrau zusammen. Neben Arbeiten am Eigenheim stehen Kochen und Grillen bei den Frischvermählten häufig gemeinsam auf dem Programm.

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