Angler retteten Karpfen und Barsche

Fische drohten in verschlammtem Teich zu ersticken

Angekommen: Die Helfer der Angelsportvereine aus Eschwege und Waldkappel setzten die geretteten Fische in andere Teiche um. Fotos: privat

Wichmannshausen. Zu einem ganz besonderen Einsatz wurden die Mitglieder der Angelsportsvereine (ASV) Eschwege und Walkappel zu Hilfe gerufen: die Rettung von Fischen in einem kleinen Teich im Revier Wichmannshausen.

Das Forstamt Wehretal hatte die Angler um Mithilfe gebeten, da befürchtet wurde, dass in dem von Verschlammung bedrohten Teich bei einsetzendem Frost die dortigen Fische einzufrieren und damit zu ersticken drohten. Um die Fische zu retten, gab es nur eine Möglichkeit: das Abfischen des kompletten Teiches – und das trotz der winterlichen Temperaturen.

Kräftezehrend: Die Helfer kämpften sich Meter um Meter durch das schlammige Ufer, um die Fische aus dem Teich zu holen.

Der Plan war einfach: Die beiden Gewässerwarte Armin Richter und Thomas Eichholz rückten mit einigen Mitgliedern an, um die Fische mit einem Netz zu fangen und in einem speziellen Transportbehälter in ihren neuen Lebensraum zu bringen. Doch vor Ort stellte sich schnell heraus: So einfach wird es nicht. „Es war nicht nur der komplette Teich verschlammt, sondern auch die gesamte Uferregion“, schildert Alexander Lieberknecht, Gewässerwart des ASV Eschwege. Ein Netz durch den Teich zu ziehen, war damit aussichtslos – ebenso der Einsatz eines Bootes unmöglich.

Weil aber keiner der Retter die Fische ersticken lassen wollte, war Kreativität und Improvisation gefragt. „Wir haben einen Teil des Wassers aus dem Teich ablaufen lassen – in der Hoffnung, dann ein Netz durch das Wasser ziehen zu können“, sagt Lieberknecht. Dazu hätten die Helfer Seile an das Netz geknüpft, um es soweit zu verlängern, dass es vom Ufer aus über den Teich gespannt werden konnte. Dann zählte die reine Kraft, um es durch den Teich zu ziehen. „Hüfttief standen die Helfer beim Spannen des Netzes im Wasser und kämpften sich durch den Schlamm“, schildert Lieberknecht. Doch der Einsatz habe sich gelohnt: Schon nach wenigen Minuten habe sich der Fangsack gefüllt und die ersten Fische konnten vorsichtig mit Keschern entnommen werden.

Die Helfer kämpften sich Meter um Meter durch den Schlamm und nach drei kräftezehrenden Stunden war es geschafft: Rund 50 teils bis zu 15 Pfund schwere Karpfen und unzählige Barsche sowie Rotfedern landeten im Transportbehälter, wo Eicholz die Tiere untersuchte. „Wir müssen sichergehen, dass die Fische keine Krankheiten in ihren neuen Lebensraum einschleppen“, sagt Lieberknecht. Nass, dreckig, durchgefroren aber glücklich verteilten die Retter die Fische auf ihren neuen Lebensraum. (red/dir)

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