Die Nachfolge ist geregelt

Katholischer Pfarrer verlässt Sontra Ende Mai

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Erstrahlt in neuem Glanz: Joachim Hartel in der aufwendig sanierten katholischen Kirche in Sontra.  

Sontra. In der Nähe der Mutter leben, zum ersten Mal in einem Gebiet mit katholischer Mehrheit arbeiten und etwas Neues wagen – das sind die Beweggründe, warum der katholische Pfarrer Joachim Hartel am 1. Juni weg von der Gemeinde Sontra nach Großenlüder-Bimbach wechselt.

Bislang hat Hartel, der als gebürtiger Hünfelder anderes gewohnt ist, immer nur in Gemeinden praktiziert, in denen es mehr Protestanten als Katholiken gab: zweieinhalb Jahre in Hanau, neun Monate in Niederaula und Kirchheim sowie zuletzt siebeneinhalb Jahre in Sontra. „Um den Vergleich zu haben, möchte ich einfach mal testen, wie das Arbeiten im umgekehrten Fall, so wie an meinem neuen Einsatzort, ist“, sagt Hartel.

Damit einher geht auch ein wenig sein Wunsch nach etwas Neuem. „Ich bin niemand, der sein ganzes Berufsleben lang an einem Ort arbeiten möchte. Ich habe die Zeit für einen Wechsel in mir drin gespürt und gehe dem nach. Denn ich brauche und lebe von der Herausforderung“, berichtet Hartel weiterhin. Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass er in Großenlüder-Bimbach schneller bei seiner über 80-jährigen Mutter ist, um die zu unterstützen.

Das Gute für die Katholiken in Sontra: Die Nachfolge ist geregelt. Für die Übergangszeit vom 1. Juni an bis zum 31. Juli übernimmt Pater Francis aus Indien. Danach kommt Kaplan Michael Sippel. „Bis dahin soll die Stelle in Eschwege ja auch wieder besetzt sein, um zusammen das Gebiet Sontra/Eschwege/Wanfried zu betreuen“, berichtet Hartel.

Was ihn an Sontra besonders begeistert hat, sei Ökumene – also die Zusammenarbeit mit den evangelischen Kollegen. Tolle Veranstaltungen wie das Gemeindefest habe man zusammen ausgerichtet, die Gemeinschaft gestärkt und sich gegenseitig mögen gelernt. Zudem beschreibt sich Hartel selbst als jemanden, der vorweg geht und Dinge anschiebt, wie zum Beispiel die aufwendige Sanierung der katholischen Kirche in Sontra in den vergangenen Jahren. „Wichtig ist mir auch, die Menschen mitzunehmen, sie für den Glauben zu begeistern und ein Bewusstsein zu schaffen, das zur Folge hat, dass sie diesen auf Basis der Gottesdienst-Inhalte tagtäglich ausleben“, so Hartel. Das sei ihm gefühlt nicht so gelungen, wie er sich das vorgestellt hatte. „Etwas, was auf der Strecke bleibt“, wie der 49-Jährige sagt. Der Pfarrer hofft zudem, dass er niemanden mit seinen Worten verletzt hat, denn das täte ihm wirklich leid.

Das will er auch in seiner finalen Predigt im Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 27. Mai, ab 14 Uhr in der katholischen Kirche in Sontra noch mal deutlich machen. In seinem Weggang sieht der Geistliche die Chance für Gemeindeglieder, denen sein Stil vielleicht nicht so gepasst hat, sich mit dem Nachfolger besser zu verstehen. „Everbody’s Darling bin ich nicht, denn ich gehe meinen Weg. Aber ich habe immer alles im Sinne der Gemeinde getan und gebe auch bis Ende Mai noch alles.“

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