Kinder lernen Mau-Mau von Stephanie Marschler

Sontraer Abiturientin arbeitete in südafrikanischem Kindergarten

Sontra. „Ganz anders als bei uns“, sagt Stephanie Marschler und meint damit die Kindergärten in Südafrika. Die 20-Jährige Abiturientin der Sontraer Adam-von-Trott-Schule muss es wissen, denn sie hat ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in Stellenbosch, unweit von Kapstadt abgeleistet.

Die Arbeit 

Marschler half morgens in einem Kindergarten und betreute am Nachmittag junge Schüler, spielte mit ihnen und half bei Hausaufgaben. Lauter als in Deutschland, sei es dort zugegangen, und unsortierter. „Es ist deprimierend, dass die Kinder auf leises Zureden nicht hören“, sagt sie, „aber das kennen sie von Zuhause nicht.“ Deswegen hätten die Betreuer häufig rumschreien müssen. Diese seien von den Kindern auch eher wie ein Lehrer betrachtet worden, die Freiwilligen wie Marschler hätten es da schon etwas einfacher gehabt. „Uns fanden die immer toll“. sagt sie. Von ihr gelernt haben die Kinder daher auch typisch deutsche Spiele, wie zum Beispiel Mau-Mau.

Das Land 

Die Ferien hat Marschler dazu genutzt, die nähere und fernere Umgebung zu erkunden. Mal reiste sie entlang der Küste bis ins Königreich Lesotho, mal wagte sie einen Roadtrip nach Namibia. „Das war für mich schon sehr bereichernd“, sagt die junge Frau.

Im Alltag hingegen habe sie sich mit Freunden eher Zuhause getroffen. „Die Wege draußen sind oft nicht sicher“, erzählt sie. Mehrfach habe man ihr geraten, Wertgegenstände nicht mit sich herumzutragen und in der Öffentlichkeit kein Handy zu benutzen. Als sie über Ostern von zwei Freundinnen besucht wurde, kam es sogar zu einem Überfall, bei dem Männer den jungen Frauen ihre Taschen entreißen wollten. Nur durch das Eingreifen von Passanten scheiterte das Vorhaben.

Die Organisation 

An das freiwillige soziale Jahr in Südafrika war Marschler über das „Weltwärts“-Projekt des Bundesamtes für Entwicklung gelangt. Etwa ein Viertel der Kosten musste die Königswalderin über Spenden selbst finanzieren. „Ich wollte einfach gerne nach Afrika und speziell Südafrika mal mit eigenen Augen sehen“, sagt sie.

Die Zukunft 

Auch wenn ihr die Arbeit mit Kindern großen Spaß bereitet hat, sieht Marschler nach ihrer Rückkehr im vergangenen Juni ihre Zukunft in einem anderen Bereich. Sie will in Frankfurt Pharmazie studieren. „Aber ich werde auch sicherlich nicht das letzte Mal in Südafrika gewesen sein“, sagt sie, „dafür war es einfach zu schön“.

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