Die Kirche in Diemerode - Die Orgel ist das Prunkstück

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Besondere Perspektive: die Kirche in Diemerode vom Eingangstor aus fotografiert. Kirchenkreis/nh

Die Geschichte der Kirche im Sontraer Ortsteil Diemerode geht auf das Jahr 1200 zurück. Auch die prachtvolle Orgel ist 250 Jahre alt. 

Diemerode –„Die Orgel ist das Prunkstück der Kirche in Diemerode“, sagt Pfarrerin Birgit Schacht. In Relation zum sonst sehr kleinen Gotteshaus sei diese eigentlich zu groß. Und in der Tat zieht sie beim Eintritt in das Gebäude direkt alle Blicke auf sich – erst Recht seit der 2014 abgeschlossenen Sanierung.

Die historische Schmerbach-/Bechstein-Orgel bezeichneten die zuständigen Orgelbaumeister Elmar und Markus Krawinkel schon bei der Restauration vor fünf Jahren nicht nur als Bereicherung für die Kirche, sondern auch als „Kulturdenkmal für die gesamte Region“. 250 Jahre alt ist die Orgel. Bei der Renovierung standen die Wiederherstellung von Optik und Akustik im Fokus.

Wehrkirche entstand im 13. Jahrhundert

Besondere Perspektive: die Kirche in Diemerode vom Eingangstor aus fotografiert. Foto: 

Doch nicht nur die Orgel hat eine beträchtliche Historie. Schon zwischen 1200 und 1300 wurde eine Wehrkiche in Diemerode im gotischen Stil errichtet. Von den damals neun Spitzbogenfenstern ist noch heute eines zu sehen. Der bauliche Zustand der Urkirche verschlechterte sich über die Jahrhunderte, sodass 1757 ein Neubau erfolgte.

Erst 1769 war Innenausbau abgeschlossen

Erst 1767 war der Innenausbau abgeschlossen. Geldmangel sorgte für Verzögerungen. Die Höhe des Gotteshauses ermöglichte später den Einbau einer Orgel. Die kam 1784 aus dem Werk des Orgelbauers Johann Wilhelm Schmerbach in Frieda. Die letzte große Renovierung der Kirche lief von 2000 bis 2003. Kosten: 250 000 Euro.

Zwei von drei Glocken wurden im Krieg eingeschmolzen

Eine wechselvolle Geschichte haben die drei Glocken Diemerodes. Die älteste Glocke namens Osannaglocke gibt es seit 1485. In beiden Weltkriegen sah man vom Einschmelzen zu Kriegszwecken ab, weil sie ob ihres hohen Alters einen immensen historischen Wert besitzt. Die beiden anderen Glocken wurden hingegen 1818 eingeschmolzen und zu einer einzigen zusammengegossen. Im Jahr 1833 schaffte die Kirchengemeinde dann doch wieder eine dritte Glocke an. Das Dreiergeläut war zurück. Diese Glocke wiederum musste 1917 abgegeben werden, um Munition zu produzieren. Das gleiche Schicksal drohte der Glocke von 1818, sie rettete der 1918 beschlossene Waffenstillstand.

1929 kam eine neue Glocke, für den Zweiten Weltkrieg mussten die zwei neueren abermals abgegeben werden. Erst ab 1957 läuteten wieder drei Glocken. Eine ist den Toten der Kriege gewidmet. Inschrift: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für Freunde. Dem Gedächtnis unserer Opfer beider Weltkriege.“

Und heute? Heute ist Pfarrerin Birgit Schacht dankbar für die gute Beziehung von Kirche und Gemeinde. Dorfbewohner packen mit an, restaurierten etwa die Eingangstür oder nähten eine Altardecke. Auch gemeinsame Veranstaltungen wie das Erntedankfest gibt es.

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