Humor nicht erkennbar

Lasse Deppe über die Fernsehberichterstattung aus Sontra

Gleich dreimal war Sontra in der vergangenen Woche Schauplatz für Fernsehdrehs zu verschiedenen Themen. Unwahrscheinlich, dass es das so schon mal gegeben hat. Schade ist, wie die Stadt präsentiert wurde. Denn zumindest in einem Fall wurden hier von einem Sender Fehler gemacht.

Die Pressefreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut. Tendenziöse Berichterstattung wird vielen Journalisten vorgeworfen, einen Grund dafür gibt es nur selten. Kurt Tucholskys Zitat „Satire darf alles“ ist in diesem Jahr schon unzählige Male angeführt worden. Doch all das darf nicht rechtfertigen, was sich die Redaktion der ZDF-Drehscheibe hier leistet. Nämlich die Grenzen zwischen Satire und nachrichtlicher Berichterstattung verschwimmen zu lassen.

Zwar gibt Sendersprecher Thomas Hagedorn auf WR-Anfrage an, dass die Rubrik Expedition Deutschland, in der über Sontra berichtet wurde, „ein eher launiges Format“ und die Beobachtungen des Reporters bewusst subjektiv seien. Dieses Wissen vorauszusetzen, ist aber definitiv zu viel verlangt. Denn erkennbar ist die Satire nicht. Zu ernst schließt an das Porträt der Stadt ein Bericht über einen Imker an. Zu wenig offensichtlich ist der Witz zuvor.

Anders bei Kaya Yanar, über dessen platten Humor (Stichwort: „Arsch der Welt“) sich zwar streiten lässt, der aber eben offensichtlich eines nicht ist: ernst gemeint. Wie man es viel besser macht, zeigt das Beispiel Blankenbach. Dort drehte der Hessische Rundfunk am Freitag für seine Serie „Dolles Dorf“ einen gelungenen Beitrag, bei dem die Einwohner den Inhalt mitbestimmen konnten. Und schon gelingt’s. lad@werra-rundschau.de

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