Die Krippe macht glücklich

Rudi Kraft hat in 150 Arbeitsstunden eine Krippe für das Awo-Seniorenzentrum  gebastelt

Historisch wohl nur bedingt haltbar: An Rudi Krafts Krippe für das Awo-Seniorenzentrum in Sontra weist sogar ein Schild auf die Einrichtung hin (vorne rechts).

Sontra. Weihnachtszeit ist die Zeit der kleinen und großen Freuden – häufig in Form von Geschenken. Dass damit nicht bis zum Heiligen Abend gewartet werden muss, hat jetzt Rudi Kraft bewiesen. Er hat dem Awo-Pflegezentrum an der Wichmannswiese eine Weihnachtskrippe gebaut.

Die Krippe

Die Krippe wirkt auf den ersten Blick wie eine dieser klassischen Krippen, die es in der Adventszeit zu kaufen gibt. Und doch ist sie ganz anders. Bei Rudi Kraft kommt es vor allem auf die Details an. Natürlich gibt es die Heilige Familie im Stall, natürlich gibt es Tiere und ein großer Stern mit Schweif darf auch nicht fehlen. Aber daneben gibt es eben auch einen komplett eingerichteten Herbergsraum, bis ins winzigste Detail nachgebaut. Selbst Tassen stehen auf dem Miniaturtisch. Brunnen, Sägebock und eine ausgeklügelte Beleuchtung runden das stimmungsvolle Bild ab.

Die Künstler

Rudi Kraft ist Sontraner durch und durch. In seinen 71 Lebensjahren hat er nie woanders gelebt. Mit seinen Krippen will er der Stadt etwas zurückgeben. Zwölf Stück hat er bereits gebaut. „Zwei jedes Jahr“, sagt er, „eine verkaufe ich und eine spende ich für die gute Sache.“ 150 Arbeitsstunden bedeutet das für ihn für eines der Modelle, die immer anders aussehen. Das Besondere beim Krippenbau, sagt Kraft, sei, dass er von innen nach außen arbeite. Am Ende komme er nämlich sonst gar nicht an die Innenausstattung heran.

Als Material verwendet Kraft alles, was die Natur so hergibt. Gekaufte Bestandteile gibt es kaum. Für Sontraer Schiefer und Kalkstein kennt er geheime Plätze, Holz holt er als Abfallreste im Baumarkt ab.

Die Senioren

Übergeben wurde die Krippe in der vergangenen Woche bei einem kleinen Gottesdienst im Seniorenzentrum. Leiterin Anette Schmidt ist sichtlich gerührt: „Hier hat uns jemand das Wertvollste geschenkt, was man haben kann: seine Zeit.“ Die Bewohner bestaunen die vielen kleinen Hingucker der Krippe. Angesichts des historischen Mistkarrens und anderer Handwerksgeräte hört man im Heim seitdem immer wieder den Satz: „Ach guck mal, kennste das noch von früher?“ Das wiederum rührt Rudi Kraft. Und so ist es, wie es Weihnachten sein sollte: Alle sind glücklich.

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