In der Reptilien-Auffangstation in Sontra bekamen die Wallabys ungeplanten Nachwuchs

Kuck mal, wer da hüpft

Putzige Zeitgenossen: Mama Wallaby und das Jungtier haben sich in dieser Woche zum ersten Mal gemeinsam gezeigt. Dabei ist der Leiter der Auffangstation in Sontra, wo die Tiere leben, davon ausgegangen, dass es sich um ein Männchen handelt. Foto: Stück

Sontra. Eigentlich hatte sich Peter Wischnewski auf eine schöne Männer-WG mit seinen vier Kängurus eingestellt. Vom Zoo in Neukirchen hatte der Leiter der Reptilien-Auffangstation in Sontra die Wallabys, eine Unterart der Kängurus, übernommen. Die Saarländer hatten ihm versichert, vier Männchen zu übergeben. Ein Irrtum, wie sich am Dienstag herausstellte. Da schaute zum ersten Mal ein Wallaby-Junges aus dem Beutel seiner Mutter.

Die Fortpflanzung bei den Wallaby läuft wie bei allen Kängurus ab. Die Tragzeit beträgt 33 bis 38 Tage. Das blinde, taube und nackte Junge wiegt bei der Geburt weniger als ein Gramm und hat noch unfertige Hinterbeine. Es kriecht ohne Hilfe der Mutter innerhalb weniger Minuten von der Geburtsöffnung in den Beutel und findet dort mittels seines Geruchs- und Tastsinnes eine der vier Zitzen. Daran saugt es sich für mehr als ein halbes Jahr fest.

Der Wallaby-Nachwuchs hat für Peter Wischnewski Vor- und Nachteile. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn sich die Tiere in Gefangenschaft vermehren. Dann haben wir vieles richtig gemacht.“ Allerdings kann der Nachwuchs nicht in der Gruppe bleiben. Inzest würde drohen.

Deswegen wird Wischnewski das Junge abgeben müssen. Ungefähr in einem halben Jahr ist es so weit. Das Wallaby wird - so wie es bei der Reptilien-Auffangstation Regel ist - gegen Nachweis der Sachkunde und einer artgerechten Anlage auch an private Interessenten abgegeben.

Wallabys erreichen durchschnittlich eine Größe von 70 bis 80 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 60 bis 70 Zentimetern und ein Gewicht von rund zwölf bis 20 Kilogramm. Die Lebensweise der Wallabys ist variabel. Generell sind sie eher dämmerungs- oder nachtaktiv und ruhen tagsüber. Neben einzelgängerischen Arten gibt es auch jene, die in Gruppen zusammenleben. Wie alle Kängurus sind sie Pflanzenfresser.

Die Trennung von dem putzigen Jungtier wäre für Wischnewski durchaus ein Verlust. Allerdings könnte die Zeit der Überraschungen noch nicht vorbei sein. Wallabys können die Geburt verzögern. Vielleicht ist noch eine Überraschung im Beutel.

Von Tobias Stück

Bilder von der Tierauffangstation in Sontra

Das sind die Tiere aus dem Reptilienzoo in Sontra

fs

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