Mit der Erweiterung des Seniorenheims arbeitet Awo in Sontra Warteliste ab - erste Bewohner eingezogen

Mehr Platz zum Altwerden

Schon buntes Treiben auf den Fluren: Die erste von zwei Hausgemeinschaften hat am Montag den Neubau des Seniorenzentrums bezogen. Noch ist alles neu und ein bisschen ungewohnt. Fotos: Stück

Noch sitzt nicht jeder Handgriff. Die Tassen stehen noch nicht in dem Schrank, in dem sie vermutet werden, im Wellnessbad muss noch umdekoriert werden und aus den Decken schauen noch ein paar Kabel. Kein Wunder, dass noch nicht alles perfekt ist: Am Montag sind die ersten Bewohner des Neubaus im Awo-Seniorenzentrum an der Wichmannswiese eingezogen. Alles muss sich einspielen.

Sontra. Noch sei es ein wenig unruhig in den Hausgemeinschaften, erzählt Pflegedienstleiterin Susann Jeanrond. Es sei für die alten Leute, die allesamt die 80 überschritten haben, eine Umstellung, sich vom Leben zu Hause auf die neuen Hausgemeinschaften umzugewöhnen.

In der Sontraer Einrichtung leben immer zwölf Menschen in einer Hausgemeinschaft zusammen. Mittelpunkt jeder Gemeinschaft sind die großen Wohnküchen. Dort wird nicht nur gemeinsam gekocht und gegessen, dort wird auch gesungen, gespielt und gelacht und vor allem kommuniziert. Wer seine Ruhe haben möchte, zieht sich in sein Zimmer zurück. „Wir wollen auch herausfinden, was die Bewohner noch selbst machen können, welche Fähigkeiten wir vielleicht zurückholen können“, sagt der Geschäftsführer der Awo Nordhessen, Michael Schmidt. Deswegen werden die Bewohner beispielsweise in kleinere Arbeiten miteinbezogen.

Das Modell der Hausgemeinschaften wurde beim Neubau des Seniorenzentrums 2005 in Sontra erstmals umgesetzt. Mittlerweile hat es sich bewährt. Acht Häuser führt die Awo im Moment auf diese Weise, fünf weitere sind in Planung.

Die Zimmer sind vom Heim aus mit dem Nötigsten versehen. Ein elektrisch verstellbares Bett, Nachttisch, Sideboard, Schrank. Den Rest des Raumes können die Bewohner nach eigenen Wünschen gestalten, eigene Möbel mitbringen. Das Badezimmer ist modern, aber nach allen altersgerechten Kriterien ausgestattet. Das Sontraer Seniorenzentrum wurde erst vor wenigen Wochen mit einer 1,0 vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen ausgezeichnet.

Mehr Platz zum Altwerden

Mit dem Neubau deckt die Awo den Bedarf an altersgerechten Wohnplätzen in Sontra. „Zuvor gab es eine lange Warteliste“, sagt Einrichtungsleiterin Silke Aßhauer. Die bestehe jetzt zwar immer noch, die schwierigsten Fälle seien aber abgearbeitet. Ausschließlich Menschen aus Sontra und den Stadtteillen haben heimatnah einen Platz zum Altwerden gefunden.

Von Tobias Stück

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