44.000 Liter Wasser auf der Achse

Mit Wasserfässern gegen Waldbrände: Sontraer Feuerwehr greift auf großes Reservoir zurück

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Agrardienstleister Tobias Wagner aus Hornel hat der Wehr zwei Wasserfässer für den Brandschutz im Sontraer Stadtgebiet bereitgestellt.

 „Bedingt durch das Andauern der trockenen Witterung verschärft sich die Waldbrandgefahr rapide – auch bei uns“, sagt André Bernhardt. Der Stadtbrandinspektor der Stadt Sontra will für den Ernstfall gewappnet sein und kann in diesem Jahr wieder auf ein großes Reservoir an Wasser zurückgreifen.

Dank Tobias Wagner aus Hornel. Der Agrardienstleister hat der Wehr zwei Wasserfässer für den Brandschutz im Sontraer Stadtgebiet bereitgestellt. Die beiden Fässer sind mit 34.000 Liter Wasser (20.000 und 14.000 Liter) gefüllt und stehen in Hornel zum Abmarsch bereit.

Das Hessische Umweltministerium hat die erste von zwei Alarmstufen für die Forstverwaltung in Hessen ausgelöst. Die Aussicht auf ein Anhalten der Wetterlage ohne größere landesweite Niederschläge macht diesen vorsorgenden Schritt erforderlich. Es ist keine Entspannung in Sicht, der gesamte Juli brachte für Hessen nur rund 33 Prozent der durchschnittlichen Niederschläge. Eine aus dem Auto geschmissene Zigarette, Grillen im Wald, ein falsch abgestelltes Auto auf einer bewachsenen Grasfläche oder ein Blitzeinschlag könnte schon fatale Folgen haben.

44.000 Liter Wasser auf der Achse

„Zusammen mit den Fahrzeugen unserer Feuerwehr haben wir nun 44.000 Liter Wasser auf der Achse“, erklärt Bernhardt. Hinzu kommen Reserven aus Berneburg und Breitau, die innerhalb von 40 Minuten zur Verfügung stünden. Um für das Horror-Szenario Waldbrand gewappnet zu seien, sind die mobilen Tanks „enorm wichtig.“ Die Vergangenheit habe gezeigt, dass das Löschwasser bei Bränden außerhalb des Hydrantenetzes oft Mangelware oder schwer zu transportieren war. Über weite Strecke müssten Schlauchleitungen verlegt oder mit Tanklöschfahrzeugen gependelt werden. „Das war sehr zeitaufwendig, und auf unbefestigten, schmalen Wegen ist das Ganze nicht immer einfach“, erinnert sich Bernhardt.

Die Waldwege wurden in Abstimmung mit Förster Edmund Kümmel unter die Lupe genommen. „Wir müssen im Auge haben, wie die Wege bewachsen sind, um mit unseren Fahrzeugen auf dem besten Weg zu einer Gefahrenstelle zu kommen“, betonte Bernhardt, der weiß, dass in Sontras Wäldern mehr Mischwald statt abgestorbener Fichtenwald vorzufinden ist: „Die Fichtenbestände sind nach dem Sturmtief Friederike und wegen des hartnäckigen Borkenkäfers nicht mehr zu retten. Sie könnten nun brennen wie Zunder.“ Da in allen Waldgebieten noch Fichtenbestände existieren, sei die Gefahr nicht zu lokalisieren.

Einsatz „mit Fass im Rücken“

Den ersten Einsatz „mit Fass im Rücken“ hat die Feuerwehr Sontra bereits vor zehn Tagen gemeistert. Im Aussiedlerhof Erdmannshain in der Nähe von Ulfen hat eine Rundballenpresse gebrannt und das Feuer hat sich in Richtung Wald ausgebreitet. Zielgerichtet wurde das Feuer gelöscht. Um die zahlreichen Glutnester zu löschen, kam erstmls eines der Wasserfässer Mal zum Einsatz. Stadtbrandinspektor Bernhardt: „Wir schlafen ruhiger, wenn wir so was im Rücken haben.“

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