Weil es keine Nachfolger gibt, wurde der Baumarkt verkauft

P.H. Müller: Ein nahtloser Übergang

+
Kennen sich seit Jahrzehnten: Lothar Schäfer (links) war für Hubert Müller der erste und einzige Ansprechpartner für die Betriebsübernahme.

Sontra. Der Übergang wird nahtlos vonstatten gehen. Am 27. Dezember wird das Sontraer Traditionsgeschäft P.H. Müller zum letzten Mal für die Kunden öffnen.

Am 3. Januar macht der Laden wieder auf - dann wird er sich allerdings Schäfer GmbH nennen. „Bei den Kunden heißt es aber sicherlich weiter, wir gehen zu P.H. Müller“, sagt der künftige Eigentümer Lothar Schäfer (53).

Schäfer betreibt in Baumbach und Heinebach bereits zwei Baucenter. Außerdem bietet er Agrarprodukte und Brennstoffe an. Seit 1927 gibt es den Betrieb in der Gemeinde Alheim. Zusammen mit seinem Sohn Stefan wirkt Schäfer bereits in der vierten Generation. „Es war uns wichtig, unser Unternehmen an einen familiengeführten Betrieb abzugeben“, sagt der scheidende Hubert Müller (66). Schäfer war der erste und einzige Ansprechpartner für die Übergabe.

Fast sein ganzes Leben hat Hubert Müller in dem Betrieb gearbeitet, den sein Vater 1959 gegründet hat. Landmaschinen, Eisenwaren und Baustoffe bestimmten die Anfänge. Schon als 13-Jähriger hat Hubert Müller mit angefasst. Als er sein Maschinenbaustudium in Darmstadt beendet hatte, kehrte er nach Sontra zurück und übernahm 1977 den Betrieb des Vaters zusammen mit seiner Frau Kornelia, die seine rechte Hand wurde.

1990 hat sich P.H. Müller den modernen Zeiten angepasst und im ehemaligen Außenlager am Andreastor einen Baumarkt mit Baustoffhandel eröffnet. 10 000 bis 12 000 Artikel für Bauherren, Gartenfreunde und Heimwerker führt das Geschäft heute. Zehn Mitarbeiter werden beschäftigt, die alle von dem neuen Eigentümer übernommen werden. Für den Kunden wird sich nichts ändern. „Die ehrliche und gewissenhafte Beratung, die uns sehr am Herz liegt, wird bleiben“, sagt Müller. In den vergangenen 35 Jahren wurde die Kundenarbeit beratungsintensiver, weil sich die Technik der Produkte rasant weiterentwickelt habe, erzählt Müller.

Betriebsintern war die Umstellung auf die EDV die größte Herausforderung. „Am Anfang liefen wir mit dem Preisbuch durch den Laden, seit vielen Jahren läuft alles computergesteuert.“

Wenn Lothar Schäfer im neuen Jahr übernimmt, wird er als erstes die EDV auf seine vorhandenen Betriebe abstimmen. Ansonsten wird er nur punktuelle Neuerungen einführen.

Kein Ruhestand

In den Ruhestand wird sich das Ehepaar Müller nicht verabschieden. In Eschwege eröffnen sie in den ehemaligen Räumen von DM-Baustoffe die „Gartenremise“, ein Fachgeschäft für alles „Schöne und Nützliche für den Garten“. Hier hat sich Kornelia Müller in den vergangenen Jahren deutschlandweit einen guten Namen gemacht.

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare