Diemeröder Schmerbach-Bechstein-Orgel wurde für über 70 000 Euro restauriert

Im neuen alten Glanz

Wiederhergestellt: Pfarrerin Birgit Schacht und Organistin Ursula Ruhland freuen sich über die restaurierte Schmerbach-Bechstein-Orgel, die seit 230 Jahren in der Diemeröder Dorfkirche steht. Foto: Berg

Diemerode. Seit 230 Jahren ziert die Schmerbach-Bechstein-Orgel die kleine Dorfkirche im Sontraer Ortsteil Diemerode. Ihre Klänge haben persönliche Geschichten, freudige wie traurige, seit über zwei Jahrhunderten begleitet. Seit Mitte September erstrahlt das gute Stück wieder in vollem Glanz und kann vor allem wieder in vollem Umfang klingen und gespielt werden.

Rund 71 000 Euro Restaurationsvolumen wurden in den vergangenen Jahren gesammelt, um die Kirchenorgel wieder auf Vordermann zu bringen. Den Stein ins Rollen brachte Pfarrerin Christiane Unverzagt bereits in den 90er-Jahren. Pfarrer Parvis Falaturi kümmerte sich zu seiner Zeit in Diemerode intensiv um eine Antragsstellung und die Mittelbeschaffung und leistete somit einen großen Teil für die Orgelrenovierung. Pfarrerin Birgit Schacht, die seit 2012 die Ortspfarrerin ist, begleitete nun die Renovierung bis zum Schluss. „Wir sind sehr froh, dass die Orgel wieder in vollem Umfang funktioniert“, so Birgit Schacht. Ermöglicht wurde die Renovierung unter anderem durch die Sparkassen Kulturstiftung, die Denkmalpflege Hessen, den Kirchenerhaltungsfond und Spendengelder. 17 500 Euro sammelten die Einwohner selbst, die darauf aus dem Kirchenerhaltungsfond verdoppelt wurden. „Ohne das große Engagement für ihre Orgel und ihre Kirche der Diemeröder hätten wir das nie stemmen können“, so Schacht.

1766 wurde die Orgel von Johann Wilhelm Schmerbach gebaut, seit 1784 steht sie in der kleinen Dorfkirche und ist somit eine der ältesten Kirchenorgeln im gesamten Kreis. Nach historischem Vorbild wurde die Orgel jetzt wieder hergerichtet. „Es war eine Herausforderung, dieses wertvolle Orgelwerk in unseren Werkstätten zu restaurieren, um es wieder im neuen alten Glanz erstrahlen zu lassen“, so die Orgelbaumeister Elmar und Markus Krawinkel in der Festschrift. Verborgene Schätze wurden bei der Restaurierung gefunden, zum Beispiel Originalbeschriftungen der Register, die wahrscheinlich durch den Orgelbauer selbst vorgenommen wurden, und verborgene Inschriften aus vergangenen Jahrhunderten. Seit dem 21. September ist die Orgel jetzt wieder in Gebrauch. „Es macht wirklich großen Spaß, jetzt wieder auf dieser Orgel zu spielen und alle Facetten auszuprobieren“, erklärt Ursula Ruhland aus Sontra, die unter anderem für die Kirchengemeinde in den Gottesdiensten spielt. (sb)

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