Nabu überreicht Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ an Kirche Wichmannshausen

Neues Heim für Schleiereulen

Ausgezeichnet: Pfarrer Tim Mahle, Vogelschutzbeauftragter Udo Hildebrandt und Karl-Heinz-Voß, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes Nabu im Werra-Meißner-Kreis, brachten die Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ an der Martinskirche an. Foto: Berg

Wichmannshausen. Um die Artenvielfalt der Wichmannshäuser Vogelwelt zu sichern, bauten die Vogelschutzbeauftragten Udo Hildebrandt, Otmar Sennhenn und Harald Sennhenn in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche und dem Ausbildungszentrum für Bauwirtschaft Eschwege einen Nistkasten für Schleiereulen. Seit Februar befindet sich dieser nun im Kirchturm der Martinskirche.

Am Samstag überreichte Karl-Heinz Voß, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes Nabu im Werra-Meißner-Kreis, dafür die Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ an die Verantwortlichen. Die Wichmannshäuser Kirche ist somit die zweite Kirche im Werra-Meißner-Kreis, die diese Auszeichnung trägt, und die 53. Kirche in Hessen.

„Nach unserer Aktion haben wir dem Nabu in Berlin unser Projekt gemeldet“, erklärt Vogelschutzbeauftragter Udo Hildebrandt. Ob bereits ein Pärchen der Schleiereulen das neue Nistplatzangebot in Anspruch genommen hat, konnte Pfarrer Tim Mahle nicht sagen. „Wir müssen den Kirchturm dafür genau beobachten, Schleiereulen sind nachtaktive Tiere, deshalb können wir noch keinen Erfolg vermelden“, sagt der Pfarrer.

Bruthilfen seit Februar

Neben einer Urkunde überreichte Karl-Heinz Voß auch eine Plakette des Nabu, die an der Martinskirche angebracht werden soll. Der Nistkasten für die Eulen wurde von drei Zimmermann-Auszubildenden des Ausbildungszentrums Eschwege unter der Leitung von Heiko Schilling gebaut. Gemeinsam mit den Vogelschutzbeauftragten wurde die Bruthilfe im Februar im Kirchturm installiert.

„Wir wollen mit diesem Projekt den Schleiereulen helfen, da sie heutzutage in ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr so viele Brutmöglichkeiten finden wie früher“, sagt Hildebrandt, „dunkle Plätze wie Scheunen oder Kirchtürme sind die bevorzugten Brutplätze der Eulen.“ Um es den Eulen richtig gemütlich zu machen, wurde zudem an dem Nistkasten ein Dunkelbrett angebracht, das die Brutstelle zusätzlich abschirmt. „Jetzt hoffen wir, dass bald ein Pärchen bei uns einzieht und wir Nachwuchs bekommen“, sagt Hildebrandt abschließend.

Von Sonja Berg

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