Volksfest in Sontra

Trotz Absage: Ganz verzichten mussten die Sontraer auf ihre Breitwiesn nicht

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Konnte es kaum erwarten, endlich wieder zu trommeln: Finn-Luca Karges (7) vom Sontraer Landsknechtsfanfarenzug durfte am Sonntagmorgen beim Konzert dabeisein, das es für die Bürger statt der Breitwiesn gab. Foto.

Am vergangenen Wochenende hätte die Breitwiesn in Sontra gefeiert werden soll. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Volksfest abgesagt. Komplett verzichten musste die Sontraer nicht. 

Es war kurz und zu früher Stunde ungewohnt laut, aber intensiv, taktvoll und zugleich hoch emotional. „Es ist tragisch, dass die Breitwiesn ausfällt, aber wir lassen uns mit einer tollen Alternative den Spaß nicht nehmen“, sagte Hänselmeister Daniel Kohl, als er die Auftritte der Marchingband Silver Lions und des Landknechtsfanfarenzuges am Sonntagmorgen verfolgte. Die beiden Sontraer Musikzüge erinnerten mit ihren Auftritten am Marktplatz, am Altenheim „Schloss Sontra“, an der Schillerstraße, auf dem Barbaraplatz, am Awo-Altenheim und an der Danziger Straße an die Breitwiesn, die an diesem Wochenende zum neunten Mal stattgefunden hätte, aber wegen der Corona-Pandemie schon im April abgesagt wurde.

Landknechtsfanfarenzug

„Wir freuen uns, den Menschen wieder ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Aber wenn das Fest stattgefunden hätte, wäre es tausendmal schöner gewesen“, sagte Norbert Knierim. Der 60-jährige Vorsitzende des Landknechtsfanfarenzugs war vor zwei Wochen wie ausgewechselt, als sein Musikzug nach einem Auftritt am Faschingssonntag endlich wieder zusammenkam: „Die erste Übungsstunde war besonders, wir hatten Gänsehaut.“ Knierim, der selbst Fanfare spielt, erklärte seinen Mitgliedern noch mal sehr genau die Sicherheitsmaßnahmen während der Auftritte: „Wir müssen drei Meter Abstand halten.“

Silver Lions

Während die Landsknechte mit dem Kaiser-Wilhelm- Marsch, Fünfer-Marsch und Heide-Marsch sich mit Beifall belohnen ließen, waren die Silver Lions mit Liedern von ABBA, Peter Maffay und Wolfgang Petry mit von der Partie. „Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Sontra und Tambach-Dietharz hätten wir in der Kirche gespielt“, sagte Heinz Opfer (73) mit viel Wehmut, als er über die Breitwiesn nachdenkt. Der Geschäftsführer der Silver Lions hatte im Vorfeld trotzdem allen Grund zu Freude: „Wir genießen den Moment. Es wird einer der ganz der wenigen Auftritte sein, die wir in diesem Jahr machen.“

Mit ausreichen Sicherheitsabstand fanden auf dem Stubser und am Schwimmbad erste Übungsstunden statt: „Wegen der Corona-Auflagen ist es schwierig, eine Übungsstunde in einer Halle abzuhalten, ein Hygiene-Konzept ist dem Gesundheitsamt vorzulegen und im Fall einer Infektion haftet der Verein.“

Trotz der ausbleibenden Aufträge ist sein Verein nicht in Existenznot. Ganz im Gegenteil. Der Verein hat in den vergangenen Jahren Rücklagen gebildet.

Trotz Absage der Breitwiesn: Sontraer Musikzüge spielen ihre Ständchen

Beim TSV Waldkappel ist im September zum 111-jährigen Jubiläum noch ein Auftritt geplant, sechs Tage später soll es nach Apolda (Thüringen) auf den Zwiebelmarkt gehen, wohingegen die Landsknechte im Herbst noch in Bosserode, Spangenberg und Dankmarshausen spielen könnten.

Verabschiedung

Als die Lions um kurz nach 10 Uhr ihr Spiel beendete, hatte die Marchingband um die musikalische Leiterin Tatjana Diegel noch ein besonderes Anliegen. Das Gründungsmitglied Christian Hupfeld (65) wurde aus dem aktiven Spielmannszug-Geschehen verabschiedet, da er aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten muss. Opfer: „Christian und seine Frau Karin, die auch Zweite Vorsitzende war, waren an der Pauke ein wichtiger Bestandteil unser Marchingband. Wir vermissen sie sehr.“

Die Landsknechte haben das gleiche Problem: „Verstärkung wäre nicht schlecht. Interessenten sind bei uns jederzeit herzlich willkommen.“ 

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