Summen, wuseln und goldene Ernte

Besonderes Hobby: Patrick Stunz aus Ulfen ist Imker aus Leidenschaft

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Hat sich mit ganzer Leidenschaft der Imkerei und der Bienenzucht verschrieben: Patrick Stunz aus dem Sontraer Stadtteil Ulfen, hier an einem seiner Bienenstöcke .

Patrick Stunz aus dem Sontraer Stadtteil Ulfen geht einem ganz besonderen Hobby nach: der Imkerei. Wir haben ihn bei der Honigernte begleitet.

21 Grad zeigt das Thermometer am Samstagmorgen, Idealbedingungen. Es summt und es wuselt, wenn Patrick Stunz aus Ulfen losgeht, um seine Zucht in den Bienenstöcken näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei wird der 22-Jährige von Tausenden Bienen frenetisch begrüßt. In diesen Tagen ist besonders viel zu tun. Wie bei den Feldfrüchten steht auch beim Honig die Ernte an. Mutter Regina (50), Vater Uwe (54) und Tante Rosi (46) packen tatkräftig mit an.

Produktion im Überfluss

„Die Völker haben genügend Entwicklung, in diesen Tagen produzieren die Bienen im Überfluss. Mehr, als sie zum Leben brauchen“, berichtet Patrick Stunz mit einem Lächeln auf den Lippen. Nach sechs Jahren hat der Student sieben Bienenvölker im Sontraer Ortsteil stehen, wovon jedes Volk zwischen 20 und 25 Kilogramm Honig pro Jahr abgibt. „Es ist immer wieder schön, die Energie in der Kiste zu spüren. Bei jeder Durchsicht werden die Kisten einen Tick schwerer“, lässt Stunz das Geschehen in der Erntezeit Revue passieren.

Sorgfältig arbeitet Imker Stunz an den Waben.

Der akribische Patrick Stunz hat sich der Imkerei und Bienenzucht verschrieben. Seine große Leidenschaft hat Patrick Stunz über ein Wahlpflichtfach in der Schule für sich entdeckt. „Statt eine Fremdsprache zu lernen, habe ich mich in der neunten Klasse für das Wahlpflichtfach Naturwissenschaften entschieden“, sagt Patrick Stunz, der mit dem Lehrer Jörg Frenzel einen Bienenfreund traf, der selbst im Schulgarten an der Sontraer Jahnstraße auf anschauliche Art und Weise seinen Bienenstock für Schüler hegt und pflegt.

Erster Bienenstock in 2015

„Es war mal etwas völlig anderes und dann habe ich mir gedacht, das könnte ich auch machen“, blickt Patrick Stunz zurück. Im Jahr 2015 startete er noch als Schüler mit seinem ersten Bienenstock:

„Mit zwei Waben habe ich einen Ableger gebildet und damit meine erste Bienenkönigin gezüchtet“. Es war die Initialzündung, der Anfang war gemacht. Patrick Stunz blieb dran, bekam viel Unterstützung von Opa Manfred und investierte mehr Zeit in sein Hobby.

Parallel zu seiner Ausbildung nahm an Kursen teil, optimierte seine Zucht und erhöhte von Jahr zu Jahr die Zahl seiner Völker. Dabei setzt Patrick Stunz auf die Magazinbeute getreu dem aus Kelsterbach (Kreis Groß-Gerau) kommenden Imker und Bienenwissenschaftler Gerhard Liebig: „Mit mehreren Zargen kann ich die Raumgröße der Magazine immer wieder an die Völkerstärke anpassen. Hiermit ist die Zucht flexibler und effizienter.“ Stunz ist überzeugt von der Herangehensweise: „So wird ein besseres Reifen des Honigs ermöglicht“.

Eigener Honig schmeckt besonders gut

Und wenn der Honig auf dem Weg ins Glas ist, will Patrick Stunz unbedingt, dass der Honig so schmeckt wie gewünscht. „Bei meinem Honig sind die Zuckerkristalle kleiner, weshalb dieser flüssig bleibt“, sagt Stunz, der bei der Herstellung mehrfach umrührt, um möglichst alle Kristalle zu zerkleinern. „Die Kristalle dürfen nicht mehr auf der Zunge zu spüren sein.“ Und die Mühen haben sich gelohnt, Stunz spürt keinen Kristall. Der Honig ist „nicht ganz so süß, eher ein bisschen herber“, und Stunz sagt freudestrahlend: „Der eigene Honig schmeckt immer besonders gut.“

werra-rundschau.de

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