Zum Start der Fahrradsaison

Situation auf dem Radweg zwischen Sontra und Wichmannshausen immer noch gefährlich

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Kurz vor dem Abzweig Gut Wellingerode in Richtung Mitterode müssen Radler die B 27 queren.

Wer auf dem Fernradweg R 5 zwischen Sontras Kernstadt und seinem Stadtteil Wichmannshausen unterwegs ist, muss beim Abzweig Gut Wellingerode die viel befahrene B 27 überqueren. 

, der eine Änderung der Verkehrsführung notwendig machte. Bereits im Januar gab es daran von den Mountainbikefreunden Sontra und dem Radclub Wehretal Kritik (wir berichteten). Auch vier Monate später, kurz vor Beginn der Fahrradsaison, hat sich an der Situation vor Ort nichts geändert.

Einer, dem das sauer aufstößt, ist der Eschweger Frank Stoppek. Er war in der vergangenen Woche zwischen Eschwege, Reichensachsen und Sontra mit dem Fahrrad unterwegs. „Wenn ich mich richtig erinnere, führte der Radweg früher parallel zur B 27, und es gab eine Unterführung“, sagt er. Von der neuen Verkehrssituation für Radfahrer und Fußgänger beim Abzweig Gut Wellingerode sei er nun „erschüttert“ und frage sich, was sich die Planer dabei gedacht hätten.

Kurz vor dem Abzweig Gut Wellingerode in Richtung Mitterode müssen Radler die B 27 queren. 

Sorge bereite ihm vor allem, dass die Bundesstraße an einer Stelle überquert werden solle, die sowohl für Radfahrer, Fußgänger als auch Autofahrer sehr schwer einsehbar sei. Wer beispielsweise mit dem Auto von Sontra kommend unterwegs ist, trifft nach einer Kurve auf die Überquerung und sieht diese dementsprechend spät. „Ich bin mir nicht sicher, ob der Bremsweg hier im Zweifel überhaupt ausreicht“, sagt Stoppek.

An der Stelle selbst herrscht für B-27-Verkehrsteilnehmer ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern. „Ich stand nur ein paar Minuten am Abzweig, an die Geschwindigkeitsbegrenzung hat sich kaum einer gehalten“, sagt der Eschweger. Für ihn sehe das auch nach keinem Provisorium aus, sondern nach einer langfristigen Lösung für den Radweg.

Ende 2019 sei der Verkehr im genannten Bereich auf eine temporäre Umfahrung durch das Baufeld verlegt worden, sagt Pia Verheyen von der für den dortigen A-44-Bauabschnitt zuständigen Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH). Dementsprechend sei auch in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde die Radverkehrsführung provisorisch umgestellt worden.

Im Bereich der aktuellen provisorischen Querung seien vorsorglich eine Temporeduzierung sowie Hinweisschilder auf querende Radfahrer angeordnet worden. „Das heißt, die Gegebenheiten vor Ort wurden bei der Planung des Provisoriums berücksichtigt“, sagt Verheyen. Bei Frank Stoppek stößt die Situation dennoch auf Unverständnis: „Vor allem, wenn solche Millionenbeträge für den A-44-Bau verwendet werden und die Region auf den Fahrradtourismus setzt.“

„Etwa in einem Jahr wird der Radweg in etwa in der endgültigen Weise geführt“, sagt Verheyen. Heißt konkret: Erst dann wird sich etwas an dem Provisorium ändern. Auch rechnen die Planer damit, dass die B 27 nach Fertigstellung der Autobahn 44 wesentlich weniger Verkehr aufzunehmen hat und zu einer Kreisstraße herabgestuft wird. Die Rede ist von nur noch 13 Prozent der heutigen Verkehrsbelastung auf der B 27. „Die Querung der künftigen Kreisstraße durch Radfahrer wird am Abzweig Mitterode über eine Mittelinsel erfolgen“, sagt die Deges-Sprecherin. Diese Überqerungsstelle befinde sich dann nicht in der Nähe eines Kurvenbereichs und sei von allen Seiten gut einsehbar.

Und was ist mit der ehemaligen B-27-Unterführung? Die werde in einer der nächsten Bauphasen abgebrochen, da die Böschungsentwicklung von der Autobahn bis zum Fuß an der künftigen Kreisstraße einen Zugang nicht mehr ermögliche. „Im Endzustand wird eine Unterführung für die Querung der gering befahrenen Kreisstraße auch nicht mehr benötigt“, sagt Verheyen.

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