Unbekannte Täter gefährden Verkehr auf der Bundesstraße – Silage wird unbrauchbar

Reifen werden zu Schikane

Gefahr für den Verkehr: An dieser Stelle warfen Unbekannte wiederholt Reifen auf die Straße. Das Silo wurde inzwischen ersatzweise mit Stroh abgedeckt. Im Vordergrund liegen die Stricke, mit denen die Reifen seit Sonntag festgezurrt waren. Foto: Deppe

Sontra. Am Mittwoch hatte das Ehepaar Brandau genug. Ihr mit Reifen abgedecktes Silo an der Bundesstraße 27 in Sontra hatten Unbekannte immer wieder dazu verleitet, diese auf die Straße zu werfen. Jetzt haben die Landwirte die Reifen entfernt und gegen Stroh eingetauscht.

Nach vier Vorfällen innerhalb der letzten Wochen hatten Landwirt Heinrich Brandau und seine Frau Ingrid die Autoreifen mit Stricken festgezurrt. Doch am Dienstagabend lag wieder mindestens ein Reifen auf der Straße. Diesmal fuhr eine 27-jährige Frau aus Ringgau darüber. Passiert ist ihr nichts, am Auto entstand kein Schaden. „Aber ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn da mal ein Motorradfahrer überrascht wird“, sagt Polizeisprecher Reiner Lingner. Die Reifen bereiten dem Ehepaar Brandau nicht zum ersten Mal Sorgen. Deswegen hatten sie diese auch über Jahre vom Silo an der Bundesstraße entfernt.

„Früher sind da immer Leute mit ihren Quads drübergefahren“, erzählt Ingrid Brandau, das konnten wir an den Reifenspuren sehen.“ Ergebnis dieses Vandalismus war, dass die unter einer Folie gelagerte Silage unbrauchbar wurde. Diese muss eng gepresst gelagert werden. Gelangt zu viel Sauerstoff unter die Folie, entsteht Schimmel. Die Silage kann dann als Futter für Kühe nicht mehr verwendet werden. Genau das passiert auch jetzt, weil in der Folie durch Vandalismus Löcher entstanden sind.

„Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn da mal ein Motorradfahrer überrascht wird“

Reiner Lingner Polizeisprecher

Vor anderthalb Jahren legten die Brandaus dann wieder etwa 20 Reifen zur Beschwerung des Silos aus. Weil Unbekannte immer wieder ihre Altreifen einfach dazulegen, waren es zuletzt über 40 Reifen, manche davon noch mit Felge. „Wer denkt, uns damit einen Gefallen zu tun, liegt falsch“, sagt Ingrid Brandau. Sie vermutet, dass einige Jugendliche vor lauter Langeweile auf dumme Ideen kommen. In jüngerer Vergangenheit seien auch schon mal Sitzbänke auf die Straße gestellt worden, ein Schaf wurde in den Farben der Deutschlandflagge angesprüht.

Konkrete Hinweise auf die Täter hat die Polizei laut Lingner aber bislang keine. Eine Observierung in dieser Woche blieb erfolglos.

Von Lasse Deppe

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