Stadtbrandinspektor zieht Bilanz und kritisiert fehlendes Verständnis von Arbeitgebern

Auf dem richtigen Weg

Befördert: Stefan Göbel wurde zum Oberbrandmeister, Ralf Beck, Dirk Schäfer und Jörg Bode zu Brandmeistern, Johannes Vogler zum Oberlöschmeister und Torsten Rüll zum Löschmeister ernannt. Foto: Skupio

Sontra. „Unsere Feuerwehren sind materiell und personell gut aufgestellt“, das ist das Fazit von Stadtbrandinspektor André Bernhardt auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sontra am Samstagabend. Zumindest an der personellen Stärke gibt es angesichts des voll besetzten Bürgerhauses keinen Grund zu zweifeln.

298 Feuerwehrleute leisten derzeit in den 14 Einsatzabteilungen der Hänselstadt Dienst. Außerdem sind neben den sechs Jugendwehren noch vier Bambini-Feuerwehren aktiv, bei denen 2013 knapp 900 Stunden Dienst geleistet wurde. Für die Brandschutzerziehung an Schulen und Kindergärten fielen knapp 120 Stunden ehrenamtliche Arbeit an. Die Eintritte seien immer noch höher, als die Austritte, die Tagesalarmbereitschaft damit gesichert, so Bernhardt. „Bei personellen Engpässen wird im Ernstfall von den Nachbarorten ausgeholfen. Die Praxis hat gezeigt, dass wir mit unseren Konzepten für Beschaffung, Ausbildung und Einsatz auf dem richtigen Weg sind“, lobte Bernhardt die Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehrleute.

Kritische Worte hingegen fand er für die Arbeitgeber der Brandschützer. Diese hätten zu oft wenig oder kein Verständnis, wenn ihr Arbeitnehmer bei Alarm ausrücke, statt zu arbeiten. Sontraer Brandschützer würden vom Arbeitgeber mit der Frage konfrontiert, wo sie denn ihr Geld verdienten, im Betrieb oder in der Feuerwehr.

„Flächendeckender Brandschutz in Deutschland ist nur dank der Freiwilligen Feuerwehren gewährleistet. Ein Schild „Partner der Feuerwehr“ als Anerkennung, dass Arbeitgeber ihre Angestellten für den Alarmfall freistellen, reicht nicht. Hier müssen vielmehr Anreize her, wie etwa steuerliche Entlastungen oder Förderung dieser Betriebe“, sagte Bernhardt und appellierte an die politischen Vertreter, das Problem anzugehen. „Zudem zeigt beispielsweise der diesjährige Brand bei der Firma Frimo, dass Brandschutz auch Standortsicherung für die ansässigen Firmen ist“, stellte der Stadtbrandinspektor klar.

Dieser Brand war einer von 47 Bränden, zu denen die Feuerwehren Sontras in 2013 gerufen wurden. 54-mal mussten sie außerdem Hilfe leisten, 15-mal stellten sie den Brandschutzdienst und fünf Fehlalarme fielen an, so dass die Wehren insgesamt 7237 Stunden im Einsatz waren.

Tunnelbrandschutz im Fokus

Für das Jahr 2014 liegt das Hauptaugenmerk der Sontraer Wehren auf der Einführung des Digitalfunks und in der Ausbildung der Tunnelbrandbekämpfung für den künftig zu betreuenden A44-Abschnitt der Hänselstadt.

Von Wolfram Skupio

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