Landtagsabgeordneter spricht von aggressiver Szene auch in Sontra

Salafistenprediger bewachte Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau

Hessisch Lichtenau/Sontra. In der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau hat ein salafistischer Prediger als Wachmann und Dolmetscher gearbeitet. Das hat der hessische Innenminister Peter Beuth am Donnerstag in einer Sitzung des Innenausschusses bestätigt. Ebenso berichtete er von Salafisten, die  im Umfeld der als Unterkunft genutzten Barbaraschule in Sontra aktiv waren.

Der Fall des in Hessisch Lichtenau eingesetzten Mannes war bereits im Januar aufgeflogen. Der namentlich bekannte Prediger wurde daraufhin umgehend entlassen, zudem erhielt er ein Hausverbot in der Einrichtung. Hinweise darauf, dass der Mann dort für Salafismus warb, gibt es laut Ministerium nicht. „Die Mitarbeiter sollen natürlich bei der Einstellung auf ihre Gesinnung geprüft werden“, sagt Dieter Franz, SPD-Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses, „da wird die Eile zum Problem und man wird erst später darauf aufmerksam.“

Aus Sontra sind zwei Vorfälle aus dem Sommer vergangenen Jahres bekanntgeworden. Im August hatten sich an einer Asylunterkunft mehrere Personen aufgehalten, die der örtlichen Salafistenszene angehören. Einer von ihnen war im September zurückgekehrt und hatte mit Flüchtlingen Fladenbrot gebacken. Die „durchaus aggressive“ Szene in Sontra steht laut Franz unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Innenminister Beuth korrigierte gestern seine Antwort auf eine kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich. Demnach sind dem Innenministerium nicht wie noch im Januar veröffentlicht elf Fälle bekannt, in denen Salafisten Kontakt zu Flüchtlingen aufgenommen haben, sondern knapp 40. Ein Eingreifen der Polizei sei in den genannten Fällen schwierig, weil kein strafbares oder konkret gefährdendes Verhalten vorliege.

Mehr dazu in der Freitagsausgabe der Werra-Rundschau.

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