Als sei schon Wahlkampf

Sontraer Stadtverordnete diskutieren über Millioneninvestitionen im Stadtteil Ulfen

Sontra. Wer die letzte Sontraer Stadtverordnetenversammlung des Jahres am Dienstagabend beobachtete, konnte den Eindruck gewinnen, der Wahlkampf vor den Kommunalwahlen Anfang März sei bereits in seiner heißesten Phase. Über kein Thema wurde in den vergangenen zwölf Monaten so ausgiebig diskutiert wie die Sanierungs- und Neubauplanungen für den Stadtteil Ulfen.

Darum ging’s

Die Sammel- und Wasserleitungen in Ulfen sind sanierungsbedürftig. Die Wiederherstellung und teilweiser Neubau kosten die Stadt etwa sieben Millionen Euro. Weil bei Baumaßnahmen die ohnehin schon beschädigten Gehwege aufgerissen werden müssen, kommen noch einmal etwa drei Millionen Euro für die Erneuerung hinzu. Die Stadtverordneten waren daher vom Magistrat aufgefordert worden, Investitionen von zehn Millionen Euro für die Haushaltsjahre 2016 und 2017 einzuplanen. Doch der Beschlussvorschlag sorgte für Gegenwind.

„Wir machen hier den zweiten Schritt vor dem ersten“, sagte Marco Locorotondo (Grüne). Eine bereits in Auftrag gegebenes Gutachten zur Kostenoptimierung solle erst abgewartet werden. „Es muss vorher klar sein, wie das finanziert werden soll“, sagte auch Elisabeth Adolph (FDP). Ulfens Ortsvorsteher Michael Stein (CDU) erklärte, dass man Gefahr laufe, bei einer ungeklärten Finanzierung zu hohe Beiträge von den Bürgern einfordern müsse. Weil das Thema seit Jahren verschleppt worden sei, seien der Stadt Förderungen in Millionenhöhe entgangen. Sozialdemokrat Andreas Schäfer warnte davor, dass sich die Bauarbeiten noch weiter verzögern könnten, sollte die Investition nicht zeitig in den Haushalt eingebracht werden. Nach einer Sitzungsunterbrechung, die die Parteien für interne Diskussionen nutzten, stimmten die Verordneten einstimmig dafür, die Investitionen zunächst prüfen zu lassen.

Das gab’s noch

Die Senkung der Abfallgebühren ist beschlossene Sache. Während die Kostensenkung bei der Grundgebühr mit etwa 2,5 Prozent noch eher gering ausfällt, gibt es bei den Entleerungsgebühren deutliche Veränderungen. Beim Restmüll zahlen die Sontraner laut Bürgermeister Eckhardt je nach Größe etwa 15 Prozent weniger, beim Biomüll sogar knapp 35 Prozent. Gebühren für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung bleiben derweil gleich.

Zudem gibt es eine Neuerung im Schwimmbad, wo im Schwimmerbecken eine zusätzliche, seniorengerechte Treppe eingebaut werden soll.

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