Schwerster Brand der jüngeren Geschichte: Vor zehn Jahren brannte die Kneipe Grüner Baum in Sontra

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Eingestürzt: Das Gebäude mit der Kneipe Grüner Baum stürzte während des Großfeuers vor zehn Jahren zusammen.

Sontra. Es ist auf den Tag genau zehn Jahre her, dass die Sontraer Feuerwehr zu einem Einsatz alarmiert wurde, der rückblickend als einer der schwersten der jüngeren Geschichte eingestuft wird. Die Kneipe Grüner Baum am Marktplatz stand am 7. Januar 2009 in Brand.

Ein Albtraum: ein Brand in der Altstadt, am Marktplatz – im Herzen der Berg- und Hänselstadt, dort, wo alte Fachwerkhäuser dicht an dicht stehen. Die Ursache war ein technischer Defekt, der stundenlang unentdeckt blieb. Ein Rauchmelder existierte nicht. Um 4.22 Uhr wurde das Feuer von einem Nachbarn gemeldet, 20 Minuten zuvor hatte er Rauch gerochen. Als er in seiner Wohnung nicht fündig geworden ist, hat er sich in den angrenzenden Gebäuden auf die Suche gemacht. Dabei sah er einen Feuerschein auf der Rückseite des angrenzenden dreigeschossigen Fachwerkhauses, in dem sich im Erdgeschoss die Gaststätte befand.

Das Haus war unbewohnt, die Gaststätte geschlossen. Mit einer kleinen Besatzung war die Feuerwehr Sontra um 4.30 Uhr am Einsatzort. Die Leitstelle sprach von leichter Rauchentwicklung; bei der ersten Erkundung kamen den Einsatzleitern André Bernhardt und Uwe Holzhauer starke Rauchwolken und Flammen entgegen. Das lodernde Feuer erhielt Sauerstoff, die ersten Fenster platzten, um 4.40 Uhr kam es zur Durchzündung. Das ganze Haus brannte lichterloh. Oberste Prämisse: einen Übertritt des Brandes auf die benachbarten Häuser zu verhindern. Schnell wurden weitere Wehren aus dem Sontraer Stadtgebiet angefordert. 70 Einsatzkräfte trafen in den nächsten Minuten am Marktplatz ein, um das aus Holz bestehende Gebäude, das an allen Ecken und Enden qualmte, zu löschen.

Die Einsatzkräfte kämpften gegen die klirrende Kälte – minus 21 Grad zeigte das Thermometer. Das Löschwasser fror sofort. Leiter anstellen und Gerätschaften auf dem dicken Eis transportieren waren schwer und nicht unfallfrei möglich. Sogar die Drehleiter fror ein. „Das ist eine Situation, die kann man nicht üben“, erklärte Bernhardt, „aber es gab keine Alternative, dieser Brand konnte nur mit enorm viel Wasserzufuhr gelöscht werden.“ Als gegen Mittag das Feuer weitestgehend gelöscht war und eine Feuerwache eingerichtet wurde, brach das ohnehin einsturzgefährdete über 800 Jahre alte Fachwerkhaus zusammen. Die Trümmer fielen in Richtung Marktplatz. „Gott sei Dank war keiner mehr im Haus“, sagt Bernhardt heute.

Um für weitere Altstadtbrände gewappnet zu sein, wurde in Sontra die Arbeitsgruppe Altstadt und Hinterhöfe gegründet. 

Von Marvin Heinz

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