Rundfahrt

Sontra: Der Ulfener Michael Stein bietet Touren mit historischem Auto an

Ulfens Ortsvorsteher Michael Stein möchte mit seinem historischen Lanz-Bulldog Touren anbieten und so den Tourismus in Ulfen, Nentershausen, Sontra und im Ringgau ankurbeln.
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Ulfens Ortsvorsteher Michael Stein möchte mit seinem historischen Lanz-Bulldog Touren anbieten und so den Tourismus in Ulfen, Nentershausen, Sontra und im Ringgau ankurbeln.

Mit einem alten Lanz und einem Anhänger will ein Ulfener nicht nur Landwirtschaft, Natur, Geschichte und Geologie erlebbar machen, er will auch den Tourismus ankurbeln.

Ulfen – Es dauert eine Weile, bis die neue Landmaschine von Michael Stein startbereit ist. Mitunter bis zu 15 Minuten. Zuvor hat er Öl zur Schmierung mit einer Handpumpe vorgepumpt. „Und der Glühkopf muss vorglühen. Ohne geht nichts“, erklärt der Ortsvorsteher von Ulfen, ehe er mit leuchtenden Augen auf seinem Lanz Bulldog D 9506 aus dem Jahr 1941 vom Hof tuckert.

Die Alten fühlen sich an vergangene Zeiten erinnert, die Jungen haben aufgrund des Sounds große Augen.

Michael Stein

Rüttelnd und unruhig ist sein 55 PS starkes Gefährt, das mit einem Einzylindermotor und 11-Litern-Hubraum ausgestattet ist. „Für mich sind die Fahrten was ganz Besonderes, so was hat nicht jeder. Ich habe mich in dieses Fahrzeug verliebt“, sagt der 48-jährige, als er mit seinem Oldtimer in Richtung Wanderplatz abbiegt.

Die Bulldogs wurden von 1934 bis 1955 von der in Mannheim ansässigen Heinrich Lanz AG produziert. Erst als Traktor mit mehr Zylindern und mehr Leistung und ohne zeitintensiven Vorglühprozess produziert, hatte es der Lanz schwer gegen die neuentwickelten mehrzylindrigen und laufruhigen Dieselschlepper.

Unterdessen gesteht der Landwirt, dass er sich in eine andere Zeit versetzt fühlt, wenn er die Straßenzüge in Ulfen durchquert. Dabei macht er klar: „Der Bulldog war schon immer ein Kindheitstraum für mich.“ Nicht ohne Grund: Der Lanz ist mit seinen eigenartigen Schwungscheiben sowie dem markanten Schornstein ein echter Blickfang im Dorf.

„Die Alten fühlen sich an vergangene Zeiten erinnert, die Jungen haben aufgrund des Sounds große Augen“, berichtet Stein, der anders als bei seinem modernen 400 PS starken Traktor mit Zwischengas schalten muss.

Die Kunst besteht dabei darin, Ein- und Auskuppeln, Schalten, maximales Bremsen und sauberes Zwischengasgeben unter einen Hut zu bringen: „Das muss gelernt sein.“

Die Eigenarten des vertikal eingebauten Einzylinder-Vielstoffmotors hat er schnell verinnerlicht, sodass er nun mitsamt einer Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Kassel sowie mit einem Personenbeförderungsschein Gruppen mit bis zu 25 Personen befördern kann.

„Mein Ziel mit dem Lanz und dem Anhänger ist es, Landwirtschaft, Natur, Geschichte und Geologie erlebbar zu machen und den Tourismus anzukurbeln“, betonte Stein, der neben geführten Touren in Ulfen, Nentershausen, Sontra und im Ringgau auch ganz individuelle Fahrten anbieten will.

Kontakt und Infos

Touren und Führungen kann man mit Michael Stein telefonisch vereinbaren unter der Handynummer 0177/7641012.

Für seine Investition in Höhe von knapp 260 000 Euro erhielt Stein Förderungen aus dem Entwicklungsplan des Landes Hessen für den ländlichen Raum sowie Fördermittel aus dem GAK-Programm (Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschützes) vom Bund. „Anfangs hieß es, dass nur neue Modelle eine Förderung erhalten“, so Stein, der seit drei Jahren seine Idee verfolgte und sich nun über 35 Prozent Fördermittel freut.

Von Marvin Heinz

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