Aus für die Niedermühle

Sontra ersteigert Schrottimmobilie und will Platz für Neues schaffen

Heruntergekommen und bei Unwetter eine Gefahr für Passanten: die Niedermühle an der Straße Niederstadt in Sontras Kernstadt.
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Heruntergekommen und bei Unwetter eine Gefahr für Passanten: die Niedermühle an der Straße Niederstadt in Sontras Kernstadt.

Die Stadt Sontra hat jetzt die erste sogenannte Schrottimmobilie in der Kernstadt gekauft und will dort nun Platz für Neues schaffen.

Sontra – Bereits seit einigen Jahren beschäftigt sich die Stadt Sontra mit einem Grundstück samt marodem Mühlengebäude, das im Eingangsbereich der Kernstadt einen Schandfleck darstellt. Unzählige Beschwerden sind dazu bereits bei der Stadt eingegangen, außerdem geht von dem stark baufälligen Gebäude bei Unwettern eine Gefahr für Passanten aus.

Damit ist nun allerdings Schluss, denn die Stadt hat die Immobilie bei einem Zwangsversteigerungsverfahren am Amtsgericht Eschwege erstanden. Sie wird es abreißen lassen, um an Ort und Stelle Platz für Neues zu schaffen. Zahlreiche Telefonate, E-Mails und Gespräche seien laut Sontras Stadtmanager Alexander Dupont seitens der Verwaltung notwendig gewesen, bis es überhaupt zu einer Versteigerung des Areals kam. Am vergangenen Freitag wurde Vollzug vermeldet.

Immobilie für 28.000 Euro ersteigert

Seitens der Stadt existierte durchaus die Befürchtung, dass die Immobilie zum Versteigerungstermin für wenig Geld durch Dritte erworben wird, sie weiter verfällt und nichts weiter unternommen wird, berichtet Dupont. Aber es kam anders: Durch die vom Sontraer Stadtparlament bewilligten Mittel konnte die Stadt vor einem anderweitigen geringeren Mitbieter aus dem Rhein-Main-Gebiet, der laut Bürgermeister Thomas Eckhardt (SPD) die Flächen für spekulative Zwecke kaufen wollte, die Parzellen inklusive des Gebäudes für 28 000 Euro ersteigern. Durchaus viel Geld für die Grundstücke und das Gebäude, teilt Stadtmanager Alexander Dupont mit. Bei der Summe habe es sich allerdings um das zwingend geforderte Mindestangebot der Gläubiger gehandelt.

Vor allem für die Stadtentwicklung Sontras sei der vergangene Freitag ein guter Tag gewesen, sagt Bürgermeister Eckhardt. Denn nun könnten alle weiteren Vorgänge veranlasst werden, um die Schrottimmobilie abzureißen, und anschließend den gesamten Platz im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“ neu und ansprechend zu gestalten. Nach einer bereits stattgefundenen Besichtigung liege dazu laut der Stadt Sontra auch die Genehmigung des Denkmalschutzes vor. Man beschreite als Stadt bewusst den Weg, mithilfe des Kaufs von Grundstücken in der Kernstadt und den Stadtteilen Schandflecke zu beseitigen, um damit ganze Gebiete aufzuwerten und die Stadtentwicklung weiter voranzutreiben, so Stadtmanager Dupont. „Mein Dank gebührt allen politischen Entscheidungsträgern, die dies ermöglicht haben“, sagt Bürgermeister Thomas Eckhardt. Sein persönlicher Eindruck: Die Versteigerung sei ein durchaus aufregendes Erlebnis am Amtsgericht in Eschwege mit gutem Ausgang für die Stadt gewesen. „Mir ist wahrlich ein dicker Stein vom Herzen gefallen“, sagt Sontras Bürgermeister.

Von Maurice Morth

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