Kupferstadt im Wandel

Sontra vor der Wahl: Hier geht es stetig voran

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Eiserne Kumpel in Sontra

Stillstand scheint es im Sontra der vergangenen Jahre nicht zu geben. Viel verändert sich. Die Kernstadt hat einen unerwarteten Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen, weil im Feriendorf viele Flüchtlinge einziehen, die Breitwiesn als Nachfolger des Heimat- und Schützenfestes haben sich etabliert, Messen wie die der ASH ziehen ein großes Publikum an.

Dafür kann auch eine noch so engagierte Stadtverwaltung nicht alleine sorgen. Die frühere Bergbau-Stadt entwickelt sich auch dank einer bunten Vereinslandschaft und des engagierten Aktionsbündnis Sontraer Handel (ASH), das Höhepunkte wie den Martins- und Kupferstädter Bauernmarkt organisiert, weiter.

Große Hoffnungen setzen die Macher in Sontra derweil in die kommende Anbindung an die Autobahn 44, auch wenn das noch einige Jahre dauern wird. Dass zumindest die Attraktivität des neuen Gewerbegebiets Husarenpark durch eine bessere Infrastruktur steigen wird, steht außer Frage. Denn getan hat sich hier auch im neunten Jahr nach dem Kauf noch wenig. Seit Jahren hofft der Zweckverband auf Unternehmen, die ansässig werden und Arbeitsplätze nach Sontra bringen.

Bis dahin wird sich in Sontra aber noch einiges weiterentwickeln und dabei – auch das gibt es sonst so nicht im Kreis – unter aktiver Einbindung aller Bürger. Der von Bürgermeister Thomas Eckhardt gemeinsam mit der Herbert-Quandt-Stiftung ins Leben gerufene Demografie-Dialog gibt jedem die Chance, nicht nur mitzureden, sondern auch mitzumachen. Als gebrannte Kinder zeigen sich die Sontraner vor der anstehenden Sanierung der Wasserleitungen in Ulfen. Zusätzliche Gebühren für die Bürger wollen alle Parteien vermeiden. Die große Protestwelle und den Wirbel um die Eigenkontrollverordnung 2003 haben sie nicht vergessen.

Analyse von WR-Redakteur Lasse Deppe

Auch ewige Nörgler müssenzugeben: Sontra steht momentan ziemlich gut da. Der Haushalt weist einen deutlichen Überschuss auf, Förderprogramme wie das zum Erwerb oder Abbruch von Altbauten werden gut angenommen und bei der Zukunftsplanung bindet die Stadtverwaltung die Bürger über den Demografiedialog aktiv mit ein.

Für Bürgermeister Thomas Eckhardt, der hart daran arbeitet, das Image Sontras aufzupolieren, gibt es Lob von allen Seiten, auch aus anderen Fraktionen. Dass Sontra auf einem guten von den Parteien gemeinsam getragenen Kurs ist, zeigt sich auch darin, dass die einst so streitbaren Stadtverordneten heute mehr als 95 Prozent der Beschlüsse einstimmig treffen.

Bei vielen Projekten heißt es jetzt und nach der Wahl aber: dranbleiben. Die Wasserversorgung in Ulfen ist ein echtes Großprojekt, das es gemeinsam zu stemmen gilt und trotz guter Ideen zur Vermarktung der Kaserne ist noch kein Unternehmen gefunden, das neue Arbeitsplätze in die Stadt bringt. Potenzial ist da, Luft nach oben aber auch.

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