Fragen und Antworten

Im neuen interkommunalen Gesundheitszentrum fehlen noch die Ärzte

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Barrierefrei: die Bürgermeister Thomas Eckhardt (links) und Ralf Hilmes am Fahrstuhl im obersten Stockwerk des Gesundheitszentrums.

Das interkommunale Gesundheits- und Versorgungs-Zentrum in Sontra ist im September eröffnet worden. Seitdem ist einiges passiert. Das Zentrum soll auch Nentershausen, Cornberg und Herleshausen mit bedienen.

Es ist ein zentraler Pfeiler des Gesundheitsnetzwerkes „Fachwerk Gesundheit“. Wer sich in dem neuen Zentrum in Sontra einmal umschaut, wird erstaunt sein: Modern gestaltet, barrierefrei, lichtdurchflutet und ein attraktives Raumkonzept. Die bisherigen Nutzer aus dem Bereich der Gesundheits-Dienstleister verteilen Bestnoten. Jetzt fehlen noch die Ärzte. Dazu Fragen und Antworten.

Wie viel Platz ist in dem neuen Zentrum und wer ist dort schon eingezogen?

Auf drei Ebenen stehen etwa 480 Quadratmeter zur Verfügung. Im Erdgeschoss befinden sich bereits ein ambulanter Pflegedienst und ein Reha- und Senioren-Fachgeschäft. Zurzeit entstehen Räume für ein Café. Wenn die Arbeiten fertig sind, soll es eröffnet werden. „Außerdem hat ein Apotheker aus Sontra zugesagt, hier im Erdgeschoss einzuziehen, wenn ein Arzt für das Zentrum gefunden ist“, berichtet Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt, der auch Vorsitzender des Zweckverbands ist.

Wie sieht es im Obergeschoss und im Dachgeschoss aus?

Ausreichend Parkplätze gehören auch zum Angebot des neuen Gesundheitszentrums in Sontra.

Im Obergeschoss ist noch niemand eingezogen. Hier können drei oder vier Arztpraxen ihren Platz finden – Hausärzte und Fachärzte. Auf etwa der Hälfte der Fläche in diesem Geschoss sind die Wände schon eingezogen, um einem Arzt fertige Räume anbieten zu können. Der Rest der Fläche ist noch nach den Wünschen der neuen Mieter gestaltbar. Die Ärzte können selbstständig arbeiten, selbst eine Gemeinschaftspraxis gründen oder auch das Angebot annehmen, sich anstellen zu lassen. Unterstützung würden sie auch für die Ausstattung bekommen.

Im Dachgeschoss ist eine Physiotherapie-Praxis in Betrieb. In diesem Geschoss hat auch der interkommunale Zweckverband Räume angemietet. Dort wird ab 1. April der Pflegestützpunkt Werra-Meißner einziehen und ein mal pro Woche eine Sprechstunde zum Thema Pflege anbieten. Dieses Angebot gab es noch nicht. Auf der Etage wird dann auch ein Besprechungsraum für Akteure zur Verfügung stehen, die im Netzwerk „Fachwerk Gesundheit“ aktiv sind und für öffentliche Veranstaltungen im Bereich Gesundheit.

Was sagen die Akteure, die das neue Zentrum jetzt schon nutzen?

Da gibt es viel Lob. „Hier ist alles barrierefrei. Die Räume wurden so gebaut, wie es sich die Nutzer für ihre speziellen Anforderungen wünschten. Auch die Parkplatzsituation ist sehr gut“, betont Philip Simon, der zusammen mit seinen Eltern Heike und Stephan Simon die Physiotherapie-Praxis betreibt. Und so sieht es auch Thomas Jakobi, der Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes und des Reha- und Senioren-Fachgeschäfts in dem neuen Zentrum. „Die kurzen Wege sind gerade auch für ältere Menschen wichtig“, betont Jakobi. Eigentümer des Hauses ist die Firma Barwich Bau aus Rotenburg.

Was macht das Zentrum besonders attraktiv?

„Die kurzen Wege sind für Patienten und Anbieter ein großer Vorteil“, sind sich Thomas Eckhardt und der Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes einig.

Ist mit dem Zentrum in Sontra klar, dass sich keine Hausärzte in Nentershausen oder Cornberg niederlassen werden?

Nein. Der Verbund wirbt bundesweit um Ärzte für sein gesamtes Gebiet. Dabei hilft ein Fachbüro. Aber auch die einzelnen Akteure im Netzwerk lassen ihre Kontakte spielen. Wo sich ein Arzt dann niederlässt, entscheidet er selbst. Nentershausen zum Beispiel hat 130 000 Euro im Haushalt bereitgestellt für den Umbau und die Sanierung des Ärztehauses an der Kasseler Straße – für den Fall, dass sich ein Arzt dort niederlassen will, berichtet Ralf Hilmes. Das Zentrum ist eine Art Leuchtturm-Projekt, möglich sind Satelitten-Praxen in den zum Verbund gehörenden Kommunen oder Einzelpraxen dort. Weitere Informationen gibt es im Internet: fwgesundheit.de

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