Architekt schreibt Buch zu Sontras Bergbaugeschichte

Kupferabbau auf dem Brodberg bei Sontra: Das Bild stammt aus den 1930er-Jahren. Foto: privat

Dr. Heinrich Curschmann aus Hornel will ein Buch über den Bergbau rund um Sontra schreiben.

Die Ordner stehen nach einigen Monaten Arbeit bei Dr. Heinrich Curschmann in Reihe und Glied. Auf fein und chronologisch sortierte Unterlagen greift der Architekt zurück. Der Aktenstaub ist gewichen, wenn er traumwandlerisch sicher Fragen rund um die Bergbaugeschichte der Stadt Sontra beantwortet. Es ist für ihn ein Kinderspiel, denn er hat durch sein Studium und seine 40-jährige Berufserfahrung das notwendige Fach- und Vorwissen: „Die Grundzüge der Architektur werden aus der Archäologie hergeleitet und bilden sich in der Architekturtheorie ab.“

Nun will der 70-Jährige sein Wissen weitergeben. Ein Buch über die Bergbaugeschichte ist in Arbeit. Aber nicht irgendeins. „Das Buch soll lebendig sein und den Charakter eines Lehrbuchs haben“, betonte Curschmann, „die Leser sollen die Geschichte des Bergbaus im Sachzusammenhang verstehen und verinnerlichen.“ Aha-Erlebnisse sollen garantiert sein und der Leser soll nie allein gelassen werden:

„Auch etliche Erklärungen von Fachbegriffen erhält das Buch. Laien sollen schnell einen Zugang bekommen – wie auch Schüler.“

Curschmann, den vom ehemaligen Hänselmeister Wolfgang Ewald und Rudolf König angesprochen wurde, identifiziert sich mit dem Projekt. „Dass ich das Projekt realisiere, ist selbstverständlich“, so Curschmann, der mit seinem ehemaligen Geografie-Lehrer Ernst Henn den Grundstein für das Buch gelegt hat. Nach dem Tod von Henn in diesem Frühjahr will Curschmann nun „die Arbeit zu Ende bringen.“

Auf den Anfangsseiten des Buchs will er auf die Entstehung des Zechsteins eingehen. Und da stellt sich eine Frage. Wo kommt eigentlich das Kupfer her? „Von den Sternen“, antwortete Curschmann und zeigt auf eine Skizze, die darstellt, durch welche erdgeschichtlich-geologischen Ereignisse das Kupfer in unser Gebiet gelang.

Auf den Pingenbau, die einfachste bergmännische Abbauweise mit anstehenden stockförmigen Lagerstätten, für die an der Oberfläche kesselförmige Vertiefungen notwendig sind, geht Curschmann ein. Die ab 1460 entstandenen Flurnamen und Fundstellen im „Bergbau zu Welda“ werden deutlich, ehe die zweite Betriebsperiode von 1684 bis 1890 in den Vordergrund rückt.

Die Geschichte des Brodbergs, auf dem von 1938 bis 1955 Bergbau betrieben wurde, soll das Buch abrunden. „Über die Förderung, den Transport, die Verarbeitung und die ansässigen Gesellschaften gibt es viel zu lesen“, verspricht Curschmann, der auch die gesellschaftliche Bedeutung des Bergbaus nicht außer acht lassen will.

Mit der Entstehung des industriellen Bergbausektors Ende der 30er-Jahre sind in Sontra zwei sowie in Cornberg, Nentershausen und Süß weitere Siedlungen entstanden, die noch heute die Ortsbilder prägen.

Autor benötigt Hilfe von Bürgern

„Um das Buch möglichst spannend zu gestalten bin ich auf die Hilfe der Bürger angewiesen“, sagt Curschmann, „Wer Fotos und Bilder von Bergbau-Anlagen oder auch aus dem gesellschaftlichen Leben hat, der kann diese mir gerne übersenden. Ich würde mich freuen.“ E-Mail: dr.h.curschmann@arcor.de

Von Marvin Heinz 

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