Auch mit 70 ist er eine tragende Kraft im Ehrenamt

Porträt: Ohne Willi Eckhardt geht in Ulfen nichts

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Willi Eckhardt an seinem Lieblingsplatz zum Entspannen: An seinem Kachelofen mit den Engeln findet er Ruhe für die vielen ehrenamtlichen Aufgaben.

Willi Eckhardt: Im Sommer ist er 70 Jahre alt geworden. Man könnte auch sagen, er ist im Ehrenamt jung geblieben. Ohne ihn, ohne Willi Eckhardt, geht in Ulfen praktisch nichts.

So alt, wie es die Zahl ausdrückt, die seine ehrenamtlichen Tätigkeiten dokumentiert, kann er gar nicht werden, denn sie beläuft sich auf sage und schreibe 160 Jahre. Das heißt im Klartext, dass da ganz viel Personalunion nötig war, um auf dieses (vorläufige) Endresultat zu kommen.

Geboren wurde er zwar in Sontra, aber der Liebe wegen zog es ihn 1972 nach Ulfen, wo er seine Ehefrau Ursel ein Jahr später vor den Traualtar führte und mit den Kindern Tanja und Thomas ein glückliches Familienleben genießen durfte. 

„Zwei weitere Jahre zogen ins Land, bis ich in meinem neuen Heimatort im Vereinsleben Fuß gefasst habe“, blickt Willi Eckhardt auf seine Mitgliedschaften im Männergesangverein und im TSV Ulfegrund zurück. Die Mitglieder haben schnell gemerkt, dass er zu Höherem fähig ist, sprich zur Vorstandsarbeit.

Ämter ab 1981

„Als ich 1981 die Ämter Kassen- und Pressewart beim MGV 1870 übernommen habe, dachte ich gewiss nicht daran, dass ich sie auch 39 Jahre später noch ausübe“, ist bei dieser Aussage sein gleichermaßen angenehmes wie auch verschmitztes Lächeln zu beobachten.

Nicht nur im Chor (40 Jahre im Vorstand) steht nächstes Jahr ein persönliches Jubiläum an, auch im Kirchenvorstand leistet Willi Eckhardt seit 24 Jahren wertvolle Arbeit. 

Er gehörte darüber hinaus 2004 zu den Gründern des Fördervereins der St.-Johannes-Kirche und kümmert sich nun schon 15 Jahre als Schatzmeister um die Finanzen, die aufgrund der Renovierungsarbeiten am Turm sehr umfangreich sind. Auch als Kastenmeister der evangelischen Kirche in Ulfen bringt er sich seit 15 Jahren ein.

Willi Eckhardt liebt und lebt Gemeinschaft. Er fördert dauerhaft auf vielen Ebenen den Zusammenhalt in seinem Heimatdorf, gehörte vor zwölf Jahren selbstverständlich auch zu den Gründern des „Männertreffs“ der Kirchengemeinde sowie vom Stammtisch „Heinrichtreff“, und er darf bei der „Rentnerband“, die sich den vielfältigen Dorfverschönerungsarbeiten widmet, nicht fehlen.

Musik mag Willi Eckhardt nicht nur im Chor, auch der Blasmusikkapelle Ulfener Jungs hat er sich verschrieben, war 15 Jahre Pressewart und ist bei den Neujahrskonzerten an der Kasse sowie mit seiner charmanten Art bei der Betreuung der Ehrengäste nicht wegzudenken. 

Und wenn die Mitglieder des Angelsportvereins Entspannung beim Fischen suchen, denkt Willi Eckhardt als Kassenwart schon bei der eigentlich beruhigenden Betätigung an die Finanzen, um die er sich seit 2007 akribisch kümmert. 

Mitglied im Heimat- und Verkehrsverein

All diese ehrenamtlichen Tätigkeiten sind an Willi Eckhardt, der freilich auch Mitglied im Heimat- und Verkehrsverein ist, natürlich nicht vorbeigezogen. „Ja, ich habe mich über die Ehrungen sehr gefreut, durfte feststellen, dass mein Engagement viel Anerkennung gefunden hat“, schwärmt der 70-Jährige. Für langjährige Vereinsarbeit zeichnete ihn die Stadt Sontra 2009 mit der Ehrenurkunde aus. 

Ein Jahr später bekam er die Ehrenurkunde vom Kreis Hersfeld-Rotenburg für die Verdienste um den Chorgesang. Das Land Hessen dekorierte ihn 2013 mit dem Ehrenbrief, wie auch der Hessische Musikverband 2015. „Ganz besonders stolz bin ich über die Verleihung der Maria-Magdalena-Medaille, mit der mich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck im August dieses Jahres ausgezeichnet hat“, ist ihm beim WR-Gespräch die Freude darüber ins Gesicht geschrieben.

Mit nur 16 Jahren begann Willi Eckhardt eine Ausbildung bei der Sparkasse. Was für den Bankkaufmann 1965 in Rotenburg begann und 45 Jahre später bei der Sparkasse Werra-Meißner mit dem Übergang ins Rentnerleben seinen Abschluss fand, machten sich zahlreiche Vereine zu Nutze, indem sie ihm die Zahlen anvertrauten. Übrigens: Auch bei der Sparkasse stand er im Personal- und Verwein Schatzmeister im wahrsten Sinne des Wortesaltungsrat jeweils acht Jahre seinen Mann.

"Ein Schatzmeister im wahrsten Sinne des Wortes"

Wie sagte die Kirchenälteste Hedwig Siebert: „Willi, du bist ein Schatzmeister im wahrsten Sinne des Wortes. Ein wahrer Schatz für unser Dorf, für unsere Stadt, zur Ehre Gottes und zum Wohl von uns allen.“ Pfarrerin Marita Fehr beleuchtete anlässlich seines 70. Geburtstages das Leben von Willi Eckhardt in sieben, musikalisch ausgedrückt, Zehn-Jahres-Akkorden. 

Beeindruckende Worte: „Willi kennt im Werra-Meißner-Kreis Hinz und Kunz. Und im ehemaligen Kreis Rotenburg Hans und Grete. Dieser Bekanntheitsgrad ist für ihn die Basis, um Beziehungen zu pflegen und im Ehrenamt zu nutzen. Und von allem profitiert die Gemeinschaft.“

„Ich denke, ich würde in einem zweiten Leben alles genauso wieder machen. Allerdings benötige ich dazu die gleiche Familie wie jetzt, die das gleiche Verständnis für mich aufbringt und mir viel Liebe schenkt“, nutzt Willi Eckhardt das Forum, um sich bei seinen Liebsten herzlich zu bedanken.

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