Große Pläne für den Bahnhof

Sontra: Reinhard Ehmer will einen Veranstaltungsort schaffen

Hat große Ideen für den Bahnhof in Sontra: Reinhard Ehmer möchte in dem Gebäudekomplex (Güterhalle im Vordergrund) unter anderem einen Ort für Veranstaltungen wie Geburtstage und Hochzeiten schaffen.
+
Hat große Ideen für den Bahnhof in Sontra: Reinhard Ehmer möchte in dem Gebäudekomplex (Güterhalle im Vordergrund) unter anderem einen Ort für Veranstaltungen wie Geburtstage und Hochzeiten schaffen.

„Natürlich muss man ein bisschen verrückt sein, um ein solches Projekt in Angriff zu nehmen“, sagt Reinhard Ehmer.

Der Investor aus Nentershausen-Weißenhasel (Hersfeld-Rotenburg) will in den kommenden Jahren das leer stehende Bahnhofsgebäude in Sontra auf Vordermann bringen, es mit Gesamtkosten von rund 7500 Euro von der Stadt kaufen und einen Veranstaltungsort, eine Gaststätte, Übernachtungsmöglichkeiten und Wohnraum schaffen.

Viel Überzeugungsarbeit habe Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt (SPD) im vergangenen Jahr auf der gemeinsamen Fahrt zum Hessentag nach Bad Hersfeld nicht leisten müssen, sagt der Inhaber einer Schreinerei. 

Lange Suche nach geeignetem Objekt

Bereits seit fünf Jahren sei er auf der Suche nach einem solchen Objekt – auch, um sich mit der Sanierung selbst zu verwirklichen. „Ich habe mich in das Gebäude verliebt“, sagt der 53-Jährige.

Und noch etwas treibt ihn an: „Es wird in der Region immer gemeckert – auch über den Leerstand – aber selten wirklich angepackt“. Mit seiner Investition, das Gesamtvolumen kalkuliert er mit 500 000 Euro, möchte er das ändern, den Bahnhof Sontra als Begegnungsstätte wiederbeleben. 

Wenn man mit Ehmer über den Umbau des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert spricht, wirkt sein Enthusiasmus ansteckend. „Ich möchte mit dem arbeiten, was vor Ort schon vorhanden ist“, sagt er. Bedeutet: Die gute Substanz des denkmalgeschützten Gebäudes soll genutzt werden. Als Beispiel nennt er die großen Bogenschiebetüren der ehemaligen Güterhalle, in der künftig Feiern wie Geburtstage und Hochzeiten stattfinden sollen.

In die Türöffnungen sollen Rundfenster eingelassen werden, die Schiebetüren aber als eine Art Sichtschutz weiter bestehen bleiben.

Weitere Ideen für den Gebäudekomplex sind eine Außensitzfläche mit Blick auf Sontra und ein Zugwaggon zum Übernachten, der auf einem der Abstellgleise platziert werden könnte.

Industriecharakter soll erhalten bleiben

„Wir wollen hier in jedem Fall den Industriecharakter beibehalten, gleichzeitig aber auch ein Ort mit Exklusivität schaffen“, sagt der Tischlermeister. Man profitiere in dieser Hinsicht auch von der guten Anbindung durch die Bahnlinie und die A 44. Für die Sanierung sind fünf Jahre veranschlagt. 

Die Kaufabwicklung mit der Bahn (DB) und der Stadt wird noch einige Monate in Anspruch nehmen: Zunächst kauft die Stadt das Gebäude samt Vorplatz für 40 000 Euro von der DB, dann wird es an Ehmer weiterveräußert.

Veranstaltungsort soll in zwei bis drei Jahren nutzbar sein

Zuallererst soll der Bahnhof von außen gesichert werden, neue Fenster erhalten und eine Beleuchtung für das Gebäude installiert werden. „In zwei bis drei Jahren kann dann die Güterhalle als Veranstaltungsort genutzt werden“, sagt Ehmer. 

Er will das Projekt mit seiner Firma unter Einbezug örtlicher Unternehmen stemmen und hofft darauf, dass die Stadt den Vorplatz zeitnah zu einem parkähnlichen Areal umgestalte – davon würden alle profitieren.

Zur Person

Reinhard Ehmer (53) stammt aus dem Nentershäuser Ortsteil Weißenhasel im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Der 53-Jährige ist gelernter Tischlermeister. Im Jahr 1996 machte er sich selbstständig. 

Seitdem ist er Inhaber und Geschäftsführer der Bau- und Möbelschreinerei Ehmer in Nentershausen-Weißenhasel. Der 53-Jährige ist verheiratet und hat einen Sohn, der ebenfalls im Betrieb arbeitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare