Schleppstarts nun möglich

Windverhältnisse auf dem Dornberg bereiteten Segelfliegern Probleme

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Start mithilfe eines Ultraleichtflugzeuges: Weil die Starts mit einer Winde auf dem Dornberg bei Sontra wegen schlechter Windverhältnisse problematischer wurden, kann dazu nun das neue Fluggefährt genutzt werden. 

In der vergangenen Zeit hatten die Mitglieder des Mittelhessischen Vereins für Flugsport wenig Grund zur Freude. Obwohl die Ostwetterlage mit der kühlen Luft befeuert von der Sonnenenergie laut den Verantwortlichen eine ideale Thermik beschert, blieben tolle Flugmomente oft aus.

Ein Seil aus Kunststoff wird an dem Segelflugzeug befestigt. Pilot und Passagier nehmen Platz. Die Gurte werden fest angelegt. Es wird noch mal nachgezogen. Die Klappe fällt zu. Markus Konopka, der unzählige Flüge auf dem Sontraer Dornberg absolviert hat, bekommt ein Signal vom Flugleiter. Die Startbahn ist frei.

Blitzartig zieht die Seilwinde das Flugzeug des Vorsitzenden vom Fleck. Binnen drei Sekunden beschleunigt das 400 Kilogramm schwere Segelflugzeug auf 120 Stundenkilometer. Es fühlt sich an wie Drachensteigen. Nur sitzt man selbst im Drachen. Nach wenigen Sekunden hat der Rotenburger die gewünschte Flughöhe erreicht. Das Seil wird fallen gelassen. Fortan arbeitet der 53-jährige wie ein Bussard. Er sucht immer die Aufwinde, um auf der gewünschten Höhe zu bleiben. Es gelingt dem Piloten – vor allem auch dank seiner Flugerfahrung. Er genießt die Aussicht und die Kraft der Natur.

Wenig Grund zur Freude

In der vergangenen Zeit hatten Konopka und die weiteren 60 Mitglieder des Mittelhessischen Vereins für Flugsport wenig Grund zur Freude. Obwohl die Ostwetterlage mit der kühlen Luft befeuert von der Sonnenenergie laut den Verantwortlichen eine ideale Thermik beschert, blieben tolle Flugmomente oft aus. Vergebens wurde auf Aufwinde beim Start gehofft, die Höhengewinne garantieren und längere Flüge erst möglich machen. Bei Rückenwind war der Windenstart, mit dem die Flieger ohne eigenen Antrieb mithilfe einer stationären Seilanlage auf eine für den Weiterflug ausreichende Geschwindigkeit und Höhe gebracht werden, aus Sicherheitsgründen oft nicht möglich. „Die durch den Rückenwind bedingte geringe Ausklinkhöhe ist nicht optimal“, sagte Konopka, der betonte, dass das Vereinsleben durch die geänderten Windverhältnisse rückläufig war.

Neues Ultraleichtflugzeug

Dank eines neuen Ultraleichtflugzeugs können die Piloten des Vereins nun immer die Aufwinde nutzen, weil entgegengesetzt der Startbahn gestartet werden kann. Dafür wird an dem Motorflugzeug ein Seil befestigt, das den Segelflieger in die Höhe zieht. „Wir können die Ausklinkhöhe selbst bestimmen“, freut sich Konopka, der nach zehn Sekunden den Segelflieger loslässt. „Diese Startmöglichkeit wird genutzt, motiviert die Mitglieder und das Vereinsleben hat wieder zugenommen“, berichtet der Vereinsvorsitzende.

Neues Flugzeug soll Nachwuchs ansprechen

Die Freude beim Mittelhessischen Verein für Flugsport war groß, als das neue Flugzeug in Betrieb genommen wurde. Das Gefährt kann zu Rundflügen mit Gästen sowie zum Schleppen von Segelflugzeugen und zur Ausbildung eingesetzt werden. „Es soll auch den Nachwuchs ansprechen“, so Vorsitzender Konopka, der sich freut, dass sich zwei junge Piloten in der Fluglehrer-Weiterbildung befinden. Er hat die ersten Starts und Landungen mit der Maschine absolviert und ist begeistert. Die Pilotenausbildung kann ab dem 14. Lebensjahr bis ins hohe Alter begonnen werden. Infos gibt es auf dem Flugplatz. Schnupperflüge sind am Wochenende möglich. 

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