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Sontraer Familie setzt auf Selbstversorgung

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Von: Julia Stüber

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Im Nutzgarten: Rudi Kraft und Ingrid Kraft aus Sontra pflanzen viele Früchte und Gemüse im eigenen Garten an. Aus den Trauben machen sie zum Beispiel Saft und Gelee.
Im Nutzgarten: Rudi Kraft und Ingrid Kraft aus Sontra pflanzen viele Früchte und Gemüse im eigenen Garten an. Aus den Trauben machen sie zum Beispiel Saft und Gelee. © Julia Stüber

Die Lebensmittelpreise steigen, die Menschen müssen sparen: Manch einer setzt dabei wieder vermehrt auf die Selbstversorgung im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Familie Kraft aus Sontra macht das allerdings schon seit vielen Jahren.

Sontra – Ob Kirschen, Äpfel, Pfirsiche, ja sogar Weintrauben werden im Garten angebaut – und zum Beispiel zu Gelee oder Saft verarbeitet. Dazu kommen unzählige Gemüse- und Kräuterbeete. „So ein Nutzgarten hat für uns nur Vorteile. Man weiß, wo das Essen herkommt“, sagt Rudi Kraft.

Früher gehörte ein Nutzgarten bei vielen Familien einfach dazu. Schon die Eltern von Kraft pflanzten etwa Kartoffeln und Möhren an. „Heute gibt es deutlich mehr Möglichkeiten. Man bekommt Samen aus aller Welt. Bei uns im Garten gibt es daher auch die mexikanische Gurke oder Auberginen“, sagen Rudi, Ingrid und Sohn Thomas Kraft.

Aktuell ist es Zeit für die Traubenlese in Sontra. Die liegt immer zwischen Mitte September und Oktober. Etwa 30 Kilogramm sammelt die Familie pro Saison ein. Traube für Traube wird gepflückt und zu Saft gemacht.

„Durch die Hitze im Sommer begann die Traubenlese in diesem Jahr allerdings schon früher“, sagt Rudi Kraft. Denn auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar. Die Wärme sei zwar gut für das Wachstum der Trauben, „aber für das Gemüse im Nutzgarten war es kein gutes Jahr“. Zusätzlich mangelte es an Wasser zum Gießen.

Und dennoch: Familie Kraft ist glücklich, dass die Selbstversorgung mit Gemüse und Obst auch unter erschwerten Bedingungen meist funktioniert. Auch für Kinder sei es immer wieder ein Erlebnis, wenn sie den Garten in Sontra besuchen. Früchte und Gemüse werden sich genau angeschaut, es wird nachgefragt – und natürlich auch direkt im Garten probiert. „Bei uns gibt es ausdrücklich die Nascherlaubnis.“

Jüngere Menschen möchten sie außerdem ermutigen, Lebensmittel im Garten oder auf dem Balkon anzupflanzen. „Wir wollen zeigen, was alles möglich ist – ohne dabei einen zu großen Aufwand zu haben. Für uns ist die Versorgung durch den heimischen Garten die Zukunft“, sagt die Familie.

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