Weiterkauf an örtliches Unternehmen

Runter vom Abstellgleis: Sontraer Stadtverordnete beschließen Kauf von Bahnhofsareal

+
Das Bahnhofsgebäude in Sontra: Über viele Jahre steht es leer, ist immer wieder Ziel von Vandalismus. 

Seit Jahren steht der Bahnhof in Sontra leer, ist häufiges Ziel von Vandalismus und Bürgern und Stadtverordneten wegen des schlechten Zustandes des gesamten Areals als Eingangstor zur Stadt ein Dorn im Auge.

Am Dienstag beschloss die Stadtveordnetenversammlung im Sontraer Bürgerhaus nun mehrstimmig den Ankauf von der Deutschen Bahn und den direkten Weiterkauf des Bahnhofsgebäudes an ein örtliches Unternehmen.

Ziel des Investors ist es, die Güterhalle als Ausstellungs- und Verkaufsraum für Produkte umzufunktionieren. Außerdem ist ein Veranstaltungsort geplant, in dem Kochshows, Kunstausstellungen, Feierlichkeiten und Musikveranstaltungen stattfinden sollen. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes, das umfangreich saniert werden soll, sind eine Gaststätte, Übernachtungszimmer sowie eine Einliegerwohnung vorgesehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen soll sich auf rund 500.000 Euro belaufen.

Weiterverkauf an Dritten 

Bereits seit rund zwei Jahren liegt der Stadt Sontra das Angebot der Deutschen Bahn über den Vorplatz und Gebäude (rund 3300 Quadratmeter) zu einem Kaufpreis von 40.000 Euro vor. Bislang waren sich alle politischen Akteure einig, dass ein Kauf der Fläche und des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes nur infrage käme, wenn es an einen Dritten weiterverkauft würde. Lange Zeit war die Suche vergeblich, nun liegt ein Angebot eines örtlichen Unternehmens vor. Den Kauf von der Deutschen Bahn finanziert die Stadt Sontra mit sogenannten Haushaltsresten aus 2019.

Das Kaufangebot des Investors für das Gebäude beruht auf zahlreichen Gespräche sowie drei Besichtigungsterminen vor Ort. Bei einem Quadratmeterpreis von zehn Euro beläuft sich der Kaufpreis auf insgesamt 4610 Euro zuzüglich der Vermessungskosten. Als Bedingung im Kaufvertrag zwischen Bahn und Stadt wird ein Rücktrittsrecht vom Ankauf gewährt, sollte der Verkauf des Gebäudes an den Investor nicht zustande kommen.

Kritik von der CDU

Durch den Ankauf des Areals von der Bahn gehen auch Freiflächen und Verkehrssicherungspflichten an die Stadt Sontra über. Ziel ist es, diese Flächen und den Bahnhofsvorplatz „mittel- und langfristig zu erneuern“. Eine Kostenaufstellung durch ein Planungsbüro ergab dafür rund 650.000 Euro, als Finanzierung für eine bauliche Umsetzung käme laut Beschluss eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in Betracht. Kritik am Kauf äußerte CDU-Stadtverordneter Johannes Kehl. Durch die Umgestaltung und die Verkehrssicherungspflicht würden der Stadt hohe Kosten und damit ein Risiko entstehen, da die Auswirkungen der Coronakrise auf den Haushalt Sontras noch gar nicht abzuschätzen seien. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare