Einzug in den nächsten 14 Tagen

Viele Fragen bei Bürgerversammlung zur Erstaufnahme von Flüchtlingen

Sontra. Das Interesse war groß: Knapp 450 Zuhörer verfolgten im Sontarer Bürgerhaus die Infoveranstaltung zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung im Feriendorf. Wir geben den Überblick, über die wichtigsten Themen.

Bürgerversammlung zur Flüchtlingsunterkunft

Die Fakten 

Jeweils zehn Flüchtlinge sollen in den 48 Bungalows unterkommen. Und das wohl in den kommenden 14 Tagen. „Maximal drei Wochen, länger wird es nicht mehr dauern“, sagt Harald Merz, Sprecher des Regierungspräsidiums in Kassel. Sobald das Gelände als sicher gilt, beginnt der Einzug. „Die Menschen kommen aber nicht alle gleichzeitig, sondern nach und nach“, so Merz. Nach Sontra sollen laut Regierungsvizepräsident Hermann-Josef Klüber dann vorrangig Familien kommen, die in den Bungalows in sogenannten Intimgemeinschaften leben können. „Das bedeutet, dass wir im Fall einer achtköpfigen Familie nicht zwingend noch zwei fremde Menschen einem Bungalow zuteilen werden“, so Klüber. Die Leitung der Einrichtung übernimmt Claudia Weide, die bislang stellvertrende Leiterin der Flüchtlingsaufnahme in Hessisch Lichtenau war. Um die Verpflegung wird sich die Werraland-Beschäftigungsgesellschaft kümmern. „Nach dem Ende der Tunnelarbeiten an der A 44 ist das für uns ein wichtiger Anschlussauftrag“, sagt Werraland-Chef Gerd Hoßbach.

Auf dem Podium 

Neben Klüber und Weide stellten sich Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt und Polizeidienststellenleiter Reiner Kerst den Fragen der Anwesenden. Vor der offenen Fragerunde informierten Eckhardt und Klüber zusammenfassend über den derzeitigen Kenntnisstand. Eckhardt erläuterte dabei noch einmal den Forderungskatalog, den die Sontraer Fraktionen an das Land Hessen gestellt hatte.

Moderiert wurde der Abend gekonnt von Lars-Henning Metz, Redakteur des Hessischen Rundfunks. Er eilte mit Mikrofon durch das Publikum, spitzte die teils umständlich und lang gestellten Fragen zu, machte Späße in Richtung Kerst, der von den wenigsten Fragen bedacht wurde, und war sich selbst für einen kleinen Flirt mit Einrichtungsleiterin Weide am Ende nicht zu schade. Seine lockere Art nahm manch provokant gestellter Frage schnell die Brisanz.

Das Publikum 

Keine fünf Minuten war die Veranstaltung alt, als Eckhardt vom ersten Zwischenruf unterbrochen wurde. Was denn überhaupt noch gefragt werden dürfe, wollte ein Zuhörer wissen, nachdem der Bürgermeister erklärt hatte, weder die Asylpolitik an sich, noch Lösungsmöglichkeiten der Krise diskutieren zu wollen. Danach blieb es eher ruhig im Saal. Fragen wurden ebenso beklatscht wie Antworten. Aufgeregtes Gemurmel regte sich hingegen stets, wenn Fragen auf dem Podium nicht ausreichend beantwortet wurden.

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