Marktgilde verlangt auf Sontraer Wochenmarkt jetzt das zwölf- bis 18-fache

Standpreis drastisch erhöht

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Drastische Preiserhöhung: Der Marktstand des Geflügelhofs Dorsch soll unter der Regie der Marktgilde jetzt das zwölffache dessen kosten, das die Stadt Sontra zuvor von den Händlern verlangt hatte.

Sontra. Die alteingesessenen Händler des Sontraer Wochenmarkts laufen Sturm gegen die neuen Betreiber. Vier Wochen nach der Wiedereröffnung wollen drei Marktbeschicker nicht mehr unter der Regie der Deutschen Marktgilde ihre Waren anbieten.

Der Vorwurf der Händler: Die Marktgilde hat die Standpreise drastisch erhöht, ohne die Beschicker zu informieren.

Je nach Größe des Standes müssen die Händler bis zum 18-fachen des bisherigen Preises zahlen, den sie zuvor an die Stadt Sontra entrichteten, die den Wochenmarkt zuvor organisierte. Die Verteuerung kommt durch unterschiedliche Berechnungsmodelle zustande. Die Stadt Sontra verlangte zwei Euro pro Stand und Markttag. Ein Preis, der sich letztlich nicht rechnete. „Wir haben an jedem Markttag draufgelegt“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer während der Eröffnung am 20. März, der die Personalkosten einer Verwaltungskraft gegenrechnete.

Die Preise der Marktgilde orientieren sich an der Größe des Standes. Ein etwa sechs Meter langer Verkaufswagen mit Klappe kommt somit auf 25,20 Euro. Das entspricht über vier Euro pro Markttag für den laufenden Meter. Zum Vergleich: Auf dem stark frequentierten Wochenmarkt in Eschwege kostet der laufende Meter 2,40 Euro. Bebra - von der Marktgröße vergleichbar mit Sontra - erhebt keine Standgebühr.

Als erster Standbetreiber hat der Geflügelhof Dorsch aus Wichmannhausen Konsequenzen aus der drastischen Preiserhöhung gezogen. Bereits vergangenen Mittwoch war der Markthändler ausgewichen und hatte neben Landfuxx Dietrich Stellung bezogen. Ein Obst- und ein Blumenhändler wollen folgen. Sie stehen bereits in Verhandlungen mit zwei neuen Standorten. „Wir kritisieren, dass wir wegen der Preiserhöhung vor vollendete Tatsachen gestellt wurden“, sagt Mike Dorsch.

Dem widerspricht der Niederlassungsleiter Uwe Lorey. „Wir haben bereits vor der Eröffnung die Kosten kommuniziert. Die Händler wussten, worauf sie sich einlassen, es sollte keine Überraschungen geben.

Die Stadt Sontra hatte die Vermarktung des Marktes abgegeben, weil zuletzt immer weniger Händler und Kunden kamen. Die Marktgilde sollte das Treiben professionalisieren. Am vergangenen Mittwoch waren insgesamt drei Händler auf dem Marktplatz vertreten. So viele Händler waren es auch im Sommer des vergangenen Jahres. „Der Markt befindet sich noch im Aufbau“, sagt Lorey. Nach vier Wochen könne man das Ziel von acht oder neun Beschickern nicht schon erreicht haben.

Von Tobias Stück

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