Tim Mahle wird morgen als Pfarrer des Kirchspiels Wichmannshausen begrüßt

Start in der heißen Phase

Vor Orgel und barocken Deckenmalereien: Tim Mahle ist der neue Pfarrer von Wichmannshausen (im Bild die Kirche), Mitterode und Hoheneiche. Foto: Stück

Wichmannshausen. Tim Mahle (30) muss sich gleich in der heißen Phase des Kirchenjahres bewähren. Eigentlich gilt der November als der Monat der Besinnung und des Gedenkens. Für einen Pfarrer bedeutet er Stress. Nach Buß- und Bettag folgt der Totensonntag, anschließend beginnt schon die Adventszeit. Doch der neue Pfarrer von Wichmannshausen, Mitterode und Hoheneiche freut sich auf die Herausforderung. „Es ist schön, wenn man gleich alle kennenlernt“, sagt Mahle.

Mahle gehört genau wie Birgit Schacht in Berneburg zu den acht Pfarrern, die vergangenen Sonntag von Bischof Hein in der Martinskirche in Kassel ordiniert wurden. Wie seine sieben Kollegen hat auch er sofort eine Stelle bekommen. „Birgit Schacht und ich freuen uns, dass wir nicht weit voneinander wirken dürfen“, sagt Tim Mahle.

Der 30-Jährige stammt aus einem christlichen Elternhaus in Bad Hersfeld. Die Grundlagen wurden ihm zu Hause mitgegeben, auch nach der Konfirmation engagierte er sich in christlichen Jugendgruppen. Den Ausschlag, Theologie zu studieren, hat der Zivildienst gegeben. Damals arbeitete er in der evangelischen Bahnhofsmission in Bad Hersfeld und hatte viel Kontakt zu verschiedenen Pfarrern. „Sie haben mich bestärkt, meine christlichen Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Mahle. An den Universitäten in Göttingen und Bad Hersfeld habe er in seinem grundständigen Studium gelernt, sich auch kritisch mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Diese Kritikfähigkeit, so glaubt er, werde ihm bei seiner ersten Stelle im Kirchspiel Wichmannshausen jetzt helfen. Denn die drei Orte sind dem demografischen Wandel ausgesetzt, die gesellschaftlichen Strukturen verändern sich. „Kirche muss sich auch anpassen“, sagt Tim Mahle.

Deswegen möchte er auch nicht mit der Brechstange ein Konzept in den drei Orten mit etwa 1100 Gemeindemitgliedern durchsetzen. Er will zunächst die Gemeinde wahrnehmen, die Menschen und die Strukturen kennenlernen. Die Kirchenvorstände hat er bereits getroffen. Raum, den Rest der Gemeinde kennenzulernen, bietet sich am Sonntag. Morgen, um 13.30 Uhr wird er in einem Gottesdienst in der Kirche von Wichmannshausen vorgestellt. Dekan Dr. Martin Arnold übernimmt die Begrüßung. Anschließend ist die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen in das Kurt-Reuber-Haus eingeladen.

Das Pfarrhaus in Wichmannshausen bewohnt Tim Mahle noch nicht. Zurzeit wird dort renoviert, er wohnt in Hoheneiche. Im Frühjahr soll alles fertig sein. Dann könnte auch seine Frau nachkommen, die in Berlin noch auf Lehramt studiert.

Von Tobias Stück

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