Straßensanierung in Wichmannshausen zwingt Anlieger zum Hausverkauf

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Sind stinksauer: die Anlieger.

Wichmannshausen. Häuser müssen verkauft, fünfstellige Kredite aufgenommen und Mitarbeiter entlassen werden: Die Bewohner der Eschweger Straße zwischen Abzweig Boyneburg und Ortsausgang Richtung Sontra in Wichmannshausen sehen erhebliche finanzielle Belastungen auf sich zukommen – teilweise für sie nicht stemmbare.

Schuld sind laut ihnen hohe Anliegerbeiträge zur Sanierung der Straße. Einen Vorwurf richten die Bürger an die Stadt, von der sie mehr finanzielle Unterstützung fordern.

„Ich werde mein Haus und Grund definitiv verkaufen müssen“, sagt Olaf Urbach, auf den laut eigener Aussage eine Zahlung in Höhe von rund 30 000 Euro zukommt. Marcus Fleischhacker vom gleichnamigen Dachdeckerbetrieb an der Eschweger Straße berichtet, dass er fünf Mitarbeiter habe entlassen und seinen Kran verkaufen müssen. „Ich arbeite jetzt nur noch mit meiner Frau und fange ganz vorne an, anders wäre das wirtschaftlich nicht möglich gewesen.“ Zur Erläuterung: Die Sanierung wurde im September 2017 nach 17 Monaten abgeschlossen und kostete rund 1,5 Millionen Euro. „Die Endabrechnungen gehen uns Anliegern erst noch zu. Aber die Beträge kennen wir ungefähr“, erzählt Wilfried Rabe bei einer Zusammenkunft.

„Dass die Stadt Sontra ihre Bürger im Stich lässt, stimmt nicht, denn wir haben in Form von Versammlungen, Ortsbeiratssitzungen, Einzelgesprächen mit Anliegern und Baubesprechungen informiert. Auch darüber, dass wir die Straßenbeiträge auf Maßgabe der jetzigen Satzung erheben müssen“, entgegnet Bürgermeister Thomas Eckhardt. Er könne aber gut nachvollziehen, dass die Anwohner unzufrieden sind, da einige Härtefälle im fünfstelligen Bereich auftreten würden. Deswegen setze er sich intensiv mit den Themen „wiederkehrende Straßenbeiträge“ und gänzliche Abschaffung der Abgaben auseinander. 

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