Schnelle Leitung ist zu lang

Sontraer Stadtteil Thurnhosbach bleibt beim Breitband-Ausbau wohl außen vor

+
Abgeschnitten: In Thurnhosbach sind rund 20 Haushalte betroffen.

Thurnhosbach. Von wegen schnelles Internet für alle durch den flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes: Der Sontraer Stadtteil Thurnhosbach oder der kleinste Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ahrenberg bleiben bei der derzeit laufenden Verbesserung der Internetverbindungen in ganz Nordhessen außen vor.

 Das hat der Projektbeauftragte der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), Oliver Brunkow, jetzt gegenüber unserer Zeitung bestätigt.

Das Problem bestehe darin, dass diese Stadtteile zu weit vom nächsten Kabelverzweiger entfernt ist, um noch eine zufriedenstellende Leistung zu erzielen, berichtet Projektbeauftragter Oliver Brunkow von der WFG. In Thurnhosbach sind rund 20 Haushalte betroffen, sollte der Breitbandausbau nicht funktionieren. Der nächste Kabelverzweiger steht hier im Nachbarort Stadthosbach, die Entfernung ist zu groß für eine annehmbare Geschwindigkeit bei der Datenübertragung.

Das gesamte Ausbaukonzept des nordhessischen 130-Millionen-Euro-Projektes der Landkreise basiere aus Kostengründen auf dem Über- beziehungsweise Ausbau der Kabelverzweiger und die Anbindung über die Telefonanschlussleitung, so Brunkow.

Während die Verbindung nach erfolgtem Ausbau bis zu den Kabelverzweigern aus Glasfaser bestehen, gehen die Signale ab dort durch Kupferleitungen – und würden darin immer stärker gedämpft, je größer die Entfernung ist, erläuterte Brunkow. Zur Verbesserung der Verbindung müsste das Kupferkabel nach Ahrenberg durch eine Glasfaserleitung ersetzt werden, entweder durch die Telekom oder durch die Netcom Kassel.

Das würden sie aber nicht ohne Beteiligung oder gar Übernahme der Kosten machen. So schlägt Brunkow vor, bei beiden eine Prüfung und ein Angebot zu erbitten. Gegebenenfalls könne für die Mehrkosten auch eine Förderung gefunden werden; dabei würde die WFG laut Brunkow helfen.

Bewohner in Ahrenberg beschwerten sich zu Recht, sagt stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Scharf, dass sie weitestgehend vom technisch besseren, schnelleren Stand des Internets abgekoppelt würden. Insbesondere Wettbewerbsnachteile der Gewerbetreibenden seien „so nicht hinnehmbar“. Als erstes sei aber erforderlich zu ermitteln, wie viele der rund 15 Haushalte in Ahrenberg überhaupt bereit sind, sich anschließen zu lassen.

Ansonsten könnte schnelles Internet im Werra-Meißner-Kreis bis 2020 lediglich für einige wenige Gehöfte im Außenbereich, einzelne alleinstehende Häuser und beispielsweise auch eine Jugendherberge im Wald, die zu weit entfernt vom nächsten Kabelverzweiger sind, nicht realisiert werden, so Brunkow.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare