Auto fährt über Kreisel

Schwerer Unfall mit vielen Verletzten: Retter werden von Opfer massiv beleidigt

Der völlig zerstörte VW Passat landete mehrere Meter hinter dem Kreisel bei Wichmannshausen auf einem Grünstreifen.
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Unfall auf B27: Der völlig zerstörte VW Passat landete mehrere Meter hinter dem Kreisel bei Wichmannshausen auf einem Grünstreifen.

Auf der Bundesstraße bei Sontra-Wichmannshausen kam es in der Nacht zu einem schweren Unfall. Mehrere Personen wurden verletzt. Ein Opfer beleidigt die Retter aufs Übelste.

  • Schwerer Unfall bei Sontra-Wichmannshausen.
  • Unfallopfer beleidigen und bespuckten Rettungskräfte.
  • Andere wiederum halten sich nicht an die Vollsperrung.

Sontra - Zu einem Unfall mit sechs Verletzten kam es am Sonntagmorgen (30.08.2020) gegen 3.50 Uhr im Kreisel auf der Bundesstraße 27 bei Sontra-Wichmannshausen. Am Unfallort selbst wurden die zu Hilfe geeilten Einsatzkräfte laut Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt von einem der Unfallopfer aufs Übelste beschimpft und bespuckt.

An anderer Stelle ignorierten Verkehrsteilnehmer die zeitweise Vollsperrung der Bundesstraße 27. Vor Ort waren sechs Rettungswagen, die Feuerwehren Sontra-Kernstadt, -Wichmannshausen und -Hornel, sowie vier Einsatzwagen der Polizei.

Unfall bei Sonta: Opfer zum Teil schwer verletzt

Laut der Polizeidirektion Werra-Meißner war der mit sechs Personen aus Rumänien und Bulgarien besetzte VW Passat auf der Bundesstraße 27 aus Richtung Eschwege kommend in Richtung Sontra unterwegs. Vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit und alkoholbedingt fuhr das Auto am Kreisel bei Wichmannshausen geradeaus über die Kreiselinsel und gegen einen Wasserdurchlass am rechten Fahrbahnrand.

Durch den Aufprall wurden alle sechs Personen verletzt – zum Teil schwer. Alle Unfallopfer wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. „Hinsichtlich der Unfallaufnahme bedarf es noch weiterer Ermittlungen“, heißt es von der Polizei. Ein Gutachter besichtigte noch am Sonntag die Unfallstelle.

Schwerer Unfall: „Sowas habe ich noch niemals zuvor erlebt“

„In dieser Schärfe habe ich das bei einem Einsatz noch niemals zuvor erlebt“, sagt Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt zu den Beschimpfungen und dem Spucken gegenüber den Einsatzkräften durch eines der Unfallopfer. Solche Beschimpfungen seien in Deutschland zwar bekannt, Bernhardt sprach in dem Zusammenhang aber gar von einer „neuen Qualität“. Ihm fehle jegliches Verständnis darüber, dass man als Retter von einem Verletzten auch noch beleidigt werde.

„Was die Kameradinnen und Kameraden bei der Ausübung ihres ehrenamtlichen Dienstes erleben mussten, schreit zum Himmel“, sagte Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt am Sonntagmorgen und stärkte den Einsatzkräften den Rücken. Er verurteile solche Vorfälle, sowie die zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Retter auf das Schärfste und hoffe, dass den Rettungskräften solche Vorfälle künftig erspart blieben. Ein Ärgernis waren für die Retter am Sonntagmorgen aber nicht nur die Beschimpfungen, sondern auch das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer.

Unfall bei Sontra - Verkehrsteilnehmer ignorierten Vollsperrung

Einzelne Autofahrer ignorierten laut André Bernhardt die eineinhalbstündige – deutlich erkennbare – Vollsperrung der Bundesstraße 27 und gefährdeten damit Unfallopfer und Einsatzkräfte. Bürgermeister Eckhardt kritisierte das Verhalten. Es gelte den Einsatzkräften den nötigen Respekt und die Wertschätzung entgegenzubringen, sowie das persönliche Ego bei solchen Situationen einfach einmal hinten anzustellen. (mmo)

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