Versuchtem Mord in Sontra ging Familienfehde voraus

Sontra/Kassel. Rachedrohungen, Beleidigungen, Streitigkeiten wegen der bevorstehenden Hochzeit: Dem versuchten Mord von Sontra, bei dem am 11. Februar ein 44-jähriger Deutsch-Türke aus Göttingen den Verlobten seiner Tochter niedergeschossen haben soll, ging offenbar eine schon länger andauernde Familienfehde voraus.

Das hat die Beweisaufnahme am heutigen Verhandlungstag im Landgericht Kassel ergeben.

So sagte die 29-jährige Tochter des Angeklagten beispielsweise aus, dass es nach einem ersten gemeinsamen Treffen Probleme bei der Terminfindung für die Hochzeit des Opfers und ihrer Schwester ab. Die Familie des 24-jährigen Kurden aus Sontra wollte im Mai 2017, die des Angeklagten im August 2018 feiern. „Weil gerade erst meine andere Schwester geheiratet hatte und meine Eltern emotional und finanziell noch nicht bereit für die nächste Hochzeit waren“, erzählte sie.

Zu einer Eskalation sei es dann am zweiten Weihnachtsfeiertag 2017 gekommen. Das Opfer und seine Verlobte waren aus und kamen zu ihrem elterlichen Haus in Göttingen. Vor der Haustür habe es ein Wortgefecht gegeben. „Hurensohn“ habe ihr Vater dann den späteren Geschädigten genannt, der daraufhin ein Messer zückte und auf den islamischen Gott Allah schwörend mit Rache drohte. „Wir haben das sehr ernst genommen und hatten Angst.“ 

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