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Porträt: Kleingartenverein Sontra

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Von: Harald Triller

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Der aktuelle Vorstand des Kleingartenvereins Sontra (von links): Holger Jakob, Wolfgang Kirchner, Andre Sobek, Michael Harbich, Marc Teichmann, Pia Backhaus, Björn Kirchner, Michael Menz, Karl Heinz Bauer, Jürgen Sennhenn. Oben von links: Jörg Sobek und Karl Heinz Hose. Es fehlt: Hans-Jürgen Boschen
Der aktuelle Vorstand des Kleingartenvereins Sontra (von links): Holger Jakob, Wolfgang Kirchner, Andre Sobek, Michael Harbich, Marc Teichmann, Pia Backhaus, Björn Kirchner, Michael Menz, Karl Heinz Bauer, Jürgen Sennhenn. Oben von links: Jörg Sobek und Karl Heinz Hose. Es fehlt: Hans-Jürgen Boschen © Katja Strohschein Photography

Im Porträt: Der Kleingartenverein Sontra hat in Eigenleistung viele Pläne umgesetzt

Sontra – „Viel Mühe und Arbeit bringen großen Lohn.“ Mit diesem Satz, der inhaltlich auch für Zusammenhalt steht, begrüßen die Mitglieder des Kleingartenvereins Sontra ihre Besucher. Und dieser Zusammenhalt war Garant, um  den Verein über 81 Jahre am Leben zu erhalten, was beim Fest zum 80-jährigen Bestehen, wegen der Pandemie zwölf Monate später gefeiert, deutlich wurde.

Den Blick zurück richtete der Vorsitzende Jörg Sobek beim Kommers dieses Festes auf die letzten sechs Jahre mit der Begründung, dass er 2016 beim 75. Geburtstag bereits einen tiefen Griff in die Chronik vollzogen hat.

Die Gärtner haben viel Geld investiert, einen Kühlcontainer und moderne Stühle mit Hochlehnen angeschafft, Reparaturen vom Schlepper waren dringend erforderlich, der defekte Boiler im Gasthaus musste erneuert werden, schließlich wurde ein neuer Bühnenbereich im vereinseigenen Festzelt installiert. „Und auch für das Musikprogramm des traditionelle Gartenfestes musste die Vereinskasse erleichtert werden“, erklärte Jörg Sobek.

Gesunde Vereinskasse

Und obwohl die laufenden Betriebskosten für den Maschinen- und Fuhrpark oder Reparaturarbeiten am immerhin schon 50 Jahre alten Wasserleitungsnetz unumgänglich waren, konnte Kassierer Michael Menz bei der jüngsten Jahreshauptversammlung von gesunden Zahlen berichten.

Der Vorstand, wie auch die Mitglieder im Einzelnen, mussten darüber hinaus von 2017 an, die unschöne, von harter Bürokratie durchzogene Aktion mit dem Kreisbauamt ertragen, weil nachträglich Bauanträge für die Gartenhäuser verlangt wurden. Jörg Sobek: „Bis heute gibt es für einige vereinseigene Liegenschaften unter den aktuell 94 Parzellen keine verbindliche Einigung mit dem Kreisbauamt, da bleibt mir nur die Feststellung, dass Deutschland ein Verwaltungsstaat ist.“

Für den Vorsitzenden ist es eine Selbstverständlichkeit, sich bei der Stadtverwaltung und dem städtischen Bauamt mit Sigrid Ermisch-Hui an der Spitze für die kompetente Unterstützung zu bedanken.

Und trotz der Pandemie, die auch die Kleingärtner nicht verschonte, wurden viele Pläne umgesetzt, weil die große Familie die ehrenamtlichen Stunden erhöhten, nicht zuletzt, um den barrierefreien Zugang zum Vereinsheim zu realisieren.

Eine Lösung musste für die Vogelvoliere her, die für viele Gartengäste ein Magnet ist. „Da das langjährige Mitglied Walter Novian, der für die Pflege zuständig war, leider viel zu früh verstorben ist, konnten wir zu unserer Freude die Tierärztin Wiebke Jeanrond als Nachfolgerin gewinnen, die zudem Patenschaften für die Tiere fand, was zur Folge hat, dass sich die Anlage fast von alleine trägt“, muss Jörg Sobek schon wieder seine Dankbarkeit auf die Reise schicken.

Nur fünf Parzellen frei

„Unser Vorstand ist intakt, die 89 aktiven und die 60 passiven Mitglieder stehen und halten zusammen und präsentieren sich als Einheit“, verteilt Jörg Sobek viel Lob auch an dieser Stelle. Übrigens: 89 Aktive, das heißt, es sind noch fünf Parzellen ohne Gärtner.

Gegründet wurde der Verein unter großen Schwierigkeiten im Frühjahr 1941. Schwierigkeiten deshalb, weil der Krieg tobte und das verhängte Versammlungsverbot viele Aktivitäten stoppte. Und trotz der Vorschrift, dass bei der Gründung eines Vereins der Vorsitzende Mitglied der NSDAP sein muss, haben es ausschließlich Bergleute, die damals ihre Arbeit im Kupfer- und Schieferabbau fanden, geschafft, den Kleingartenverein aus der Taufe zu heben.

Sicherlich auch vor dem Hintergrund, dass die Wohnungen in den Siedlungshäusern sehr klein waren und die Familien nach Freiraum und Anbaumöglichkeiten zur Nahrungsgewinnung suchten.

In den 81 Jahren standen insgesamt 14 verantwortungsvolle Männer an der Spitze, die als Vorsitzende die Geschicke geleitet und dem Verein immer mehr Ansehen verliehen haben. Es sind dies: Kurt Neitzel, Martin Stederoth, Herbert Strohschein, Peter Semmler, Alfred Seum, Ernst Jacke, A. Kromm, Heinz Kötz, Herbert Sandrock, Günterr Schleicher (92 bis 96) Georg Baurhenne (96 bis 01), Jürgen Klier (01 bis 04), Hans Herwig (04 bis 13) und Jörg Sobek (14 -22).

Ab 1971 Wasserleitung

Die Anlage zählte zunächst 40 Parzellen, aber schon 1944 kamen 34 hinzu, bis in die Gegenwart weitere 20. Schon 1962 wurde der erste Spielplatz gebaut und 1967 das Vereinsheim mit Toilettenanlage eingeweiht. Das Wasser aus den Schöpfstellen in die eigenen Gärten zu tragen, war 1971 mit der Versorgungsanlage Vergangenheit, und bis 1975 standen die Befestigungen der Wege auf der Agenda der Laubenpieper.

Es ging weiter Schlag auf Schlag mit der gestalterischen Entwicklung auf dem Kleingartengelände, vielfach dank der Eigenleistungen, wie beim Bau der Kneippanlage, auch der Geräteschuppen aus dem die heutige Werkstatt wurde, verlangte den Einsatz von vielen freiwilligen Helfern. Und der finale Stromanschluss konnte in 1984 bejubelt werden.

Festzelt viel frequentiert

1992 wurde aus der Holzlaube das Vereinsbüro, mittlerweile ins ausgebaute Dachgeschoss der Gaststätte verlagert. Jörg Sobek: „Nicht nur die baulichen Veränderungen wurden systematisch vollzogen, auch die Ausstattung kann sich sehen lassen, unsere Werkzeuge und Maschinen sowie der Fahrzeugpark bewegen sich auf hohem Niveau“, schwenkt er zum vereinseigenen Festzelt auf der Vogelwiese um: „Es wird nicht nur von uns genutzt, sondern auch von der breiten Öffentlichkeit für Veranstaltungen aller Art.“ Von Harald Triller

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