Aus Langeweile

Waldbrandgefahr: Jugendliche veranstalten Lagerfeuer im Wald

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Eine unbeaufsichtigte Feuerstelle im Wald bei Sontra, die ein Spaziergänger entdeckte.

In Sontra haben Jugendliche ein Lagerfeuer im Wald gemacht. Und das, obwohl es in letzter Zeit sehr wenig geregnet hat.

  • In Sontra (Werra-Meißner-Kreis) habe Jugendliche ein Lagerfeuer im Wald gemacht 
  • Stadtbrandinspektor warnt vor Waldbränden 
  • Durch Trockenheit stieg die Waldbrandgefahr auf Stufe 3 von 5

Sontra - In Sontra (Werra-Meißner-Kreis) haben Jugendliche in der vergangenen Woche ein Lagerfeuer im Wald gemacht. Aus Langeweile. Sontras Stadtbrandinspektor warnt vor der aktuellen Waldbrandgefahr. Ein aufmerksamer Spaziergänger war es, der kürzlich einen möglichen Waldbrand bei Sontra verhinderte. Wie Stadtbrandinspektor André Bernhardt berichtet, fand der ein noch glimmendes Lagerfeuer im Bereich der Langhelle vor – zu allem Überfluss war es unbeaufsichtigt.

Waldbrandgefahr: Stufe 3 von 5 erreicht

„Dumm“, nennt der Stadtbrandinspektor Sontras die Aktion, bei der derzeitigen Trockenheit in den Wäldern des Kreises ein Feuer zu machen. Schließlich zeigt der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes für den nördlichen Teil Hessens die Stufe 3 an, wobei Stufe 5 für eine sehr hohe Waldbrandgefahr steht.

„Wir hatten Glück, dass wir an diesem Tag keinen starken Wind hatten, der die Funken über den Waldboden hätte verteilen können“, sagt Bernhardt. Auf die Frage nach dem Grund für das Feuer hätten die später aufgegriffenen jugendlichen Verursacher nur gesagt, sie hätten Langeweile gehabt.

Waldbrand in diesem Jahr lange akut

Sontras Stadtbrandinspektor geht davon aus, dass das Thema Waldbrandgefahr die heimischen Feuerwehren in diesem Jahr wieder länger begleiten wird. „Es ist trocken, und im Wald liegt wegen des Borkenkäfers und der Stürme sowieso viel Holz herum“, sagt er. Einen Vorteil habe man aber: Im Kreis gebe es viele Mischwälder, die würden nicht so schnell brennen wie ein reiner Nadelholzwald.

Menschen meist verantwortlich für Waldbrand

Sontras Stadtbrandinspektor empfiehlt, für die kommenden Wochen und Monate höchste Achtsamkeit beim Waldspaziergang und keine Scheu zu haben, beim geringsten Anzeichen von Rauch sofort die Feuerwehr zu alarmieren. Denn: „95 Prozent der Waldbrände geht ein menschliches Handeln voraus“, sagt Bernhardt.

In den nächsten Tagen soll ein Tief nach Deutschland ziehen, das Schauer mit sich bringt. Ob das die Gefahr senkt, ist fraglich. Es fehlt Landregen, profitieren werden die Wälder nur punktuell. Von einer Entschärfung der Situation könne erst gesprochen werden, wenn bekannt sei, in welchem Maß es in den Regionen geregnet habe, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sasse.

Tipps gegen Waldbrand

Der Landesfeuerwehrverband Hessen empfiehlt, diese Regeln zu beachten, um Waldbrände zu vermeiden:

  • Keine Feuer im Wald und auf Wiesen machen. 
  • Zigaretten nicht aus dem Auto werfen, im Wald auf das Rauchen verzichten. 
  • Keine Glasflaschen im Wald liegen lassen. Durch den Brennglas-Effekt kann ein Brand entstehen. 
  • Fahrzeuge nur auf befestigen Flächen außerhalb des Waldes abstellen. Erhitzte Fahrzeugteile können Brände verursachen. 
  • Zufahrtswege für Rettungskräfte freihalten

Auch in den letzten Jahren kam es im Werra-Meißner-Kreis zu anhaltender Trockenheit. Die benötigte Regenmenge blieb aus, die Wälder, Flüsse und Seen in der Region litten unter den Auswirkungen.

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