Ungewöhnliche Werbekampagne

Vier Kommunen machen mit Youtube-Video auf Sontraer Gesundheitszentrum aufmerksam

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Noch ist es eine Wunschvorstellung: Im Sontraer Gesundheits- und Versorgungszentrum stehen die Ärzte keine Schlange, in Wahrheit sind vier Stellen unbesetzt. Das Werbevideo soll das jetzt ändern.

Die vier Kommunen Herleshausen, Nentershausen, Cornberg und Sontra werben mit einem Youtube-Clip für ihre Gesundheitszentrum. Denn: Es fehlen nach wie vor vier Ärzte.

Eine Seniorin müht sich mit dem Rollator zur Tür der Hausarztpraxis ihres Vertrauens. Doch die lässt sich nicht öffnen. „Oh, geschlossen, für immer“, liest die Frau erschüttert vor und zieht trübsalblasend in kleinen langsamen Schritten wieder ab. „Ach du liebe Zeit, dann geh ich eben heim“, sagt sie – gespielt von Helga Backhaus. 

Ungewöhnliche Kampagne über Youtube

So startet das Werbevideo „Ärzteschwemme auf dem Land“ der Kommunen Herleshausen, Nentershausen, Cornberg und Sontra, mit dem Mediziner für das Gesundheits- und Versorgungszentrum Sontra sowie die Außenstellen in den Gemeinden gefunden werden sollen.

„Das ist der einzige Wermutstropfen bei unserem interkommunalen und landkreisübergreifenden Leuchtturmprojekt Fachwerk Gesundheit. Wir arbeiten sehr hart dafür, dass die vier freien Stellen besetzt werden. Das probieren wir jetzt auch mit der durchaus ungewöhnlichen Kampagne über das Youtube-Video“, erklärt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Der Clip wurde ausschließlich mit Laienschauspielern aus der Kupferstadt erstellt, regt aber durchaus zum Nachdenken und Schmunzeln an.

Denn nicht nur die ältere Dame ist verzweifelt auf der Suche nach einem Arzt. Auch Gaby Eckhardt sitzt in dem Kurzfilm verschnupft an ihrem Schreibtisch und hört beim Wählen ihrer Arztpraxis nur die Ansage „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Ein klarer Fingerzeig: Alt eingesessene Hausarztpraxen schließen und finden keine Nachfolger. Neue Konzepte müssen her – zum Beispiel im Gesundheits- und Versorgungszentrum Sontra, in dem Ärzte kooperieren können und so mehr Zeit für ihre Patienten haben.

Warten im Seniorenzentrum

Den Bewohnern des Awo-Seniorenzentrums geht es nicht besser: „Wir warten hier auf den Arzt, der kommt als nicht.“ Die Antwort: „Da kannste lange warten.“

Im Anschluss erklärt Thomas Eckhardt, dass die vier Kommunen eine Gesundheitsregion als Fachwerk Gesundheit entwickeln. „Wir wollen eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten etc.“, ergänzt Philip Siemon, der im Gesundheitszentrum bereits eine Physiotherapiepraxis eröffnet hat. Anette Schmidt vom Awo-Seniorenzentrum wünscht sich für ihre Bewohner eine „gute, verlässliche und ortsnahe ärztliche Versorgung.“

Hoffnung auf Bewerbungen von Ärzten

Das Video schließt mit einer Schlange von „Ärzten“ (dargestellt von Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Sontraer Handel, ASH) vorm Gesundheitszentrum. Bleibt zu hoffen, dass diese Sequenz bald Realität wird.

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